Personal, Strategie und Business Consulting Bayer beruft mit Sarena Lin wieder eine Frau in den Vorstand

Bayer steckt mitten in einer grundlegenden Transformation. Den Prozess unterstützen soll nun die Informatikerin und ehemalige McKinsey-Beraterin Sarena Lin. Mit der Berufung einer Frau in den Vorstand kommt Bayer den bald geltenden Gesetzesvorgaben zuvor.
Soll Bayer bei der großen Transformation helfen: Die Informatikerin Sarena Lin hat an der Harvard University studiert

Soll Bayer bei der großen Transformation helfen: Die Informatikerin Sarena Lin hat an der Harvard University studiert

Foto: Bayer

In den Bayer-Vorstand zieht zum 1. Februar wieder eine Frau ein. Sarena Lin (50) soll in dem dann sechsköpfigen Gremium nach einem Beschluss des Aufsichtsrats die Bereiche Personal, Strategie und Business Consulting verantworten, wie der Aufsichtsrat am Montag mitteilte.

Die 50-Jährige kommt von dem Tiergesundheitsunternehmen Elanco, bei dem sie seit 2018 für die Bereiche Transformation und Technologie zuständig ist. Zuvor arbeitete sie in leitenden Positionen bei dem US-Lebensmittelkonzern Cargill und der Unternehmensberatung McKinsey. Die in Taiwan geborene Informatikerin hat an der Harvard University in Boston studiert.

"Wir freuen uns sehr, dass Sarena Lin den Vorstand von Bayer mit ihrer internationalen Erfahrung, strategischen Kompetenz, Führungsqualitäten und ihrer Fähigkeit, große Transformationen zu steuern, bereichern wird", kommentierte Aufsichtsratschef Norbert Winkeljohann (64) die Personalie. Bayer müsse die eingeleitete Transformation nun entschieden vorantreiben. Schließlich könne kaum ein Unternehmen so stark von der laufenden Biorevolution profitieren wie Bayer.

Bayer kommt Gesetz zuvor

Bayer hatte den Vorstand zum 1. Januar 2020 von sieben auf fünf Mitglieder verkleinert. Damals schieden Arbeitsdirektor Hartmut Klusik (64) und Innovationsvorstand Kemal Malik (57) aus. Bayer begründete die Maßnahme mit dem laufenden Effizienzprogramm und einer Optimierung der Zuständigkeiten. Den Bereich Personal und Nachhaltigkeit hatte seitdem Vorstandschef Werner Baumann (58) verantwortet. Finanzvorstand Wolfgang Nickl (51) war zusätzlich zuständig für Engineering und Technology. Letzte Frau im Bayer-Vorstand war Erica Mann, die den Konzern 2018 verlassen hatte.

Bayer kommt damit einem Gesetzesvorhaben der Großen Koalition zuvor, das künftig für mehr Frauen in den Chefetagen der großen Unternehmen sorgen soll und bereits vom Kabinett beschlossen wurde. Dem Papier zufolge muss künftig in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern mindestens eine Frau sitzen.

Bayer ist angesichts der juristischen Hängepartie rund um die Übernahme des US-Saatgut-Konzerns Monsanto und auslaufenden Patenten in der Pharmasparte auf der Suche nach dem nächsten Kassenschlager. Bayer-Chef Baumann investiert derzeit reichlich Geld in die Pharmasparte, zuletzt bei der Kooperation mit dem Impfstoffhersteller Curevac und der Milliardenübernahme des US-Unternehmens Asklepios Biopharmaceutical. Baumann selbst will seinen 2024 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern.

mg/Reuters