Ziele vorerst bekräftigt BASF verdient mehr als erwartet

Der Chemiekonzern BASF hat im zweiten Quartal dank Preiserhöhungen und dem schwachen Euro mehr Geschäft und Gewinn gemacht als von Experten erwartet.
Vorstandschef Martin Brudermüller: An seiner Prognose für dieses Jahr hält er fest

Vorstandschef Martin Brudermüller: An seiner Prognose für dieses Jahr hält er fest

Foto: Uwe Anspach/dpa

Höhere Verkaufspreise haben den Chemiekonzern BASF im zweiten Quartal auf Kurs gehalten. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) lag nach vorläufigen Zahlen mit 2,34 Milliarden Euro fast auf dem Niveau des Vorjahresquartals von 2,36 Milliarden Euro, wie das Ludwigshafener Unternehmen am Montag mitteilte.

Damit schnitt BASF besser ab als von Analysten erwartet, die mit einem Ergebnisrückgang auf 2,09 Milliarden Euro gerechnet hatten. Die deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten konnte BASF noch weitgehend mit höheren Verkaufspreisen abfedern. Positiv wirkten sich auch Wechselkurseffekte aus. Die abgesetzten Mengen gingen aber leicht zurück.

Der Umsatz stieg von April bis Juni um 16 Prozent auf 22,97 Milliarden Euro und lag damit deutlich über den Analystenschätzungen. Unter dem Strich fuhr BASF einen Gewinn von 2,09 (Vorjahreszeitraum: 1,65) Milliarden Euro ein, was der Konzern einem deutlichen höheren Beteiligungsergebnis aus Wintershall Dea zu verdanken hat. An dem Öl- und Gaskonzern hält BASF noch 72,7 Prozent. Die Aktie legte auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um fast zwei Prozent zu. An seiner Prognose für dieses Jahr hält BASF fest – "vorerst" zumindest. Demnach rechnet das Unternehmen unverändert mit einem Umsatz zwischen 74 und 77 (Vorjahr: 78,6) Milliarden Euro sowie einem bereinigten operativen Gewinn zwischen 6,6 und 7,2 (7,8) Milliarden Euro.

Vorstandschef Martin Brudermüller (61) hatte die Anteilseigner allerdings angesichts des Krieges in der Ukraine und der Sorge vor ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland bereits vor "außergewöhnlich hoher Unsicherheit" gewarnt. BASF gilt als größter industrieller Gasverbraucher in Deutschland und wäre von ausbleibenden Lieferungen massiv betroffen. Wenn die Gasversorgung dauerhaft auf unter die Hälfte des Bedarfs sänke, müsste das Unternehmen seine Produktion an seinem weltweit größten Standort in Ludwigshafen einstellen.

sio/Reuters
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