Deutsche skeptisch Neue Studie attestiert Astrazeneca-Impfstoff 79 Prozent Wirksamkeit

Das Misstrauen gegen den Impfstoff von Astrazeneca ist in Deutschland nach wie vor hoch. Einer neuen Studie zufolge sind die Sorgen allerdings unbegründet.
Hohe Wirksamkeit auch bei älteren Menschen: Astrazeneca hat eine neue Studie mit mehr als 32.000 Impfprobanden vorgelegt

Hohe Wirksamkeit auch bei älteren Menschen: Astrazeneca hat eine neue Studie mit mehr als 32.000 Impfprobanden vorgelegt

Foto: Thomas Frey / dpa

Der von der Universität Oxford und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca entwickelte Covid-19-Impfstoff weist einer neuen Studie zufolge eine höhere Wirksamkeit auf als bisher ermittelt und führt nicht zu einem höheren Thrombose-Risiko. Das Unternehmen stellte am Montag die in den USA, Chile und Peru ermittelten Studienergebnisse vor.

Aus der Studie geht hervor, dass der Covid-19-Impfstoff eine hundertprozentige Wirkung gegen schwere Krankheitsverläufe aufweist, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. Die Gesamtwirksamkeit gegen das Virus liegt demnach bei 79 Prozent. Die Ergebnisse ähnelten denen der anderen Covid-19-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna, sagte Sarah Gilbert, Professorin für Vakzinologie in Oxford und Mitentwicklerin des Impfstoffs. "Sie sind alle hochwirksam", erklärte sie gegenüber der "Financial Times" .

Berichte über einen schwächeren Schutz vor Ansteckungen hatten den Impfstoff lange begleitet. Erst Anfang des Monats war er in Deutschland auch für über 65-Jährige freigegeben worden, da nach Ansicht der Ständigen Impfkommission inzwischen Daten vorliegen, die die Wirksamkeit in höheren Altersgruppen "eindrücklich" belegen. Ein Fünftel der Teilnehmer an der Astrazeneca-Studie waren älter als 65 Jahre, die Impfung habe bei diesen Teilnehmern eine 80-prozentige Wirksamkeit gezeigt, bekräftigte Gilbert laut FT. Das bedeutet, dass unter den älteren Probanden einer geimpften Gruppe 80 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als unter denen einer Kontrollgruppe.

In den USA ist der Impfstoff von Astrazeneca bisher nicht zugelassen, den dafür nötigen Prozess will Astrazeneca nun starten. In Deutschland und anderen Ländern waren die Impfungen zwischenzeitlich nach Berichten über Blutgerinnsel bei Patienten gestoppt worden, inzwischen wurden sie aber wieder aufgenommen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wie auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprachen sich für ein Festhalten an dem Impfstoff aus.

55 Prozent der Deutschen halten Astrazeneca-Impfstoff für unsicher

An der Erhebung in den drei Ländern nahmen insgesamt mehr als 32.449 Menschen teil, Das Astrazeneca-Mittel ist ein sogenannter Vektorimpfstoff, der auf Erkältungsviren von Affen basiert. Er kann bei normalen Kühlschrank-Temperaturen gelagert und transportiert werden, während die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie Moderna tiefgekühlt gelagert werden müssen.

Berichte über Thrombosen in Zusammenhang mit der Astrazeneca-Impfung haben das Vertrauen in die Sicherheit zuletzt stark belastet. Rund 55 Prozent der Deutschen halten das Vakzin für unsicher, weniger als ein Drittel für sicher, heißt es in der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

rei/Reuters