Entscheidung wohl Ende Januar Astrazeneca beantragt Impfstoff-Zulassung in der EU

Nach den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna könnte in der EU schon Ende Januar das dritte Vakzin zugelassen werden. Der Astrazeneca-Impfstoff hat in den Studien eine durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent gezeigt.
Preiswerter und einfacher haltbar: Der Corona-Impfstoff des US-Konzerns Astrazeneca

Preiswerter und einfacher haltbar: Der Corona-Impfstoff des US-Konzerns Astrazeneca

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

In der Europäischen Union könnte noch in diesem Monat ein weiterer Covid-19-Impfstoff zugelassen werden. Der schwedisch-britische Pharmakonzern Astrazeneca hat eine Zulassung seines Corona-Impfstoffes bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Bis zum 29. Januar könnte der zuständige Ausschuss eine Entscheidung fällen, teilte die EMA daraufhin mit.

Großbritannien hatte Ende Dezember als erstes Land weltweit grünes Licht für den Impfstoff gegeben. Impfungen mit dem Mittel haben dort bereits begonnen. Das Vakzin hat zudem Notfallgenehmigungen in Indien, Argentinien, der Dominikanischen Republik, El Salvador, Mexiko und Marokko erhalten. In der Europäischen Union haben bislang die Covid-19-Impfstoffe der Partner Biontech und Pfizer sowie des US-Konzerns Moderna eine bedingte Marktzulassung erhalten.

Astrazeneca hat bislang erst Ergebnisse der Phase-3-Studien im Vereinigten Königreich und Brasilien veröffentlicht. Danach zeigte der Impfstoff eine durchschnittliche Wirksamkeit von gut 70 Prozent. Zahlreiche Regierungen haben sich Millionen Dosen des Vakzins bereits vorab gesichert, auch die Europäische Kommission hat einen Kaufvertrag über bis zu 400 Millionen Dosen unterschrieben.

Lagerung bei Kühlschranktemperaturen

Der Konzern hat das Vakzin gemeinsam mit der renommierten Universität Oxford entwickelt. Anders als die Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Der vielversprechende Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Anfangs hatte das Unternehmen mit seinem Impfstoff auch Kritik einstecken müssen: So gab es Bedenken zum Studiendesign, und die hohe Wirksamkeit des Mittels war von einigen Experten auch bezweifelt worden. Der Konzern legte daraufhin mit weiteren Untersuchungen nach. Ein großer Vorteil des Impfstoffes ist: Er kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden.

Die EMA beurteilt und überwacht Arzneimittel für den europäischen Markt, auch für Corona-Impfstoffe. Die Behörde hat wegen des Brexits schon im Frühjahr 2019 ihren Sitz von London nach Amsterdam verlegt.

mg/Reuters, DPA-afx
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