Wenn Elon Musk und die Google-Gründer fantasieren Die durchgeknallteste WG im Silicon Valley

Von Andrea Rungg
Drei Verrückte: Tesla-Chef Elon Musk (l., 44), Google-Chef Larry Page (M., 42) und sein Unternehmens-Mitgründer Sergey Brin (41) fantasieren in einem geheimen Appartement der Google-Manager über die Zukunft.

Drei Verrückte: Tesla-Chef Elon Musk (l., 44), Google-Chef Larry Page (M., 42) und sein Unternehmens-Mitgründer Sergey Brin (41) fantasieren in einem geheimen Appartement der Google-Manager über die Zukunft.

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Was kann sich Elon Musk mit einem geschätzten Vermögen von 13 Milliarden Dollar leisten? Ein Flugzeug? Natürlich. Mehrere Sportwagen? Zweifelsohne. Luxuriöse Villen? Keine Frage. Kinder? Klar, ein Basketballteam hat er schon zusammen. Nun, dann dürfte er sich auch Hotelzimmer gönnen können. Allein, Musk will das angeblich gar nicht. Glaubt man Google-Chef Larry Page, dann nächtigt der Tesla-Chef häufig bei ihm.

In Los Angeles residiert Musk in einer 17 Millionen Dollar teuren Villa mit Blick auf das Meer. Im Silicon Valley indes, dem Hauptsitz des Elektroautoherstellers, hat Musk keine Behausung. "Er ist auf gewisse Weise obdachlos, was ich irgendwie lustig finde", wird Page in einer autorisierten Biographie über Tausendsassa Musk zitiert. Das Buch von Bloomberg-Journalist Ashlee Vance mit dem Titel "Tesla, Paypal, SpaceX. Wie Elon Musk die Welt verändert" (Finanzbuchverlag) erscheint am 20. Mai.

"Ich weiß nicht, wo ich heute schlafen soll. Kann ich vorbei kommen?"

Musk sei jede Woche im Silicon Valley. Manchmal melde er sich bei Page, der in Palo Alto ein Haus mit sechs Schlafzimmern bewohnt. "Er schickt eine Email und schreibt, ,ich weiß nicht, wo ich heute schlafen soll. Kann ich vorbeikommen?'", berichtete Page dem Autor des Buches. "einen Schlüssel oder so habe ich ihm aber noch nicht gegeben", witzelte Page weiter.

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Page ist ein großer Fan von Musk. Beide verbindet eine Freundschaft. In einem Interview sagte Multimilliardär Page einmal, er würde sein Geld eher Musk vererben als es zu stiften. Musk wolle die Welt verändern und Menschen zum Mars bringen, begründete Page seine Aussage.

Sowohl Musk als auch Page verfolgen zuweilen verrückt anmutende Ziele. Google baut an selbstfahrenden Autos, experimentiert mit künstlicher Intelligenz, bei der Maschinen beziehungsweise Roboter menschliche Wesenszüge erlernen, oder schickt Ballons in die Stratosphäre, um Menschen in abgelegenen Regionen ans Internet anzubinden. Musk will mit SpaceX die private Raumfahrtindustrie revolutionieren. Innerhalb weniger Jahre schaffte es sein Unternehmen trotz anfänglicher Rückschläge ins Versorgerprogramm der Internationalen Raumstation ISS.

Musk, Page und Brin fantasieren in geheimen Appartement über elektrische Düsenjets

Musk und Page haben also genügend Gesprächsstoff, wenn Musk mal wieder an Pages Türe anklopft. Die beiden bleiben aber nicht nur unter sich. Page und sein Co-Gründer Sergey Brin unterhalten in Palo Alto noch ein geheimes Appartement, in das sich die Google-Manager und Musk häufig zurückziehen und dort über die Zukunft fantasieren. Ein Freund Musks und Risikokapitalgeber berichtete in besagter Biographie, die drei würden sich dort regelmäßig treffen. Er zitierte ein Gespräch, dass die drei sympathisch durchgeknallt daherkommen lässt:

Während Googles Koch Essen für die Gäste zubereitet habe, solle Musk gesagt haben, er wolle einen elektrischen Düsenjet bauen, der senkrecht starten und landen könne. Page habe angemerkt, dass er auf Skipisten landen können müsse und Brin habe sich gewünscht, dass der Düsenjet im Hafen von Manhattan andocken kann. Sie sollen zudem über den Bau eines Pendlerflugzeugs diskutiert haben. Dieses solle ständig die Erde umkreisen. Wer dann hochfliegen würde, können zusteigen.

Was sich für den Risikokapitalgeber angehört haben muss, als redeten dort drei Männer im Fieberwahn, erwies sich später als ernsthafte Absicht. Musk wolle diese Flugzeuge tatsächlich bauen, hieß es.

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Für die drei seien diese Gespräche Teil der Entspannung, sagte Page Bloomberg-Journalist Vance. Es mache ihnen Spaß über verrückte Sachen zu sprechen und manchmal kämen sie auf Ideen, die später Realität würden. Während Page sich äußerst lobend über Musk äußert, fürchtet der Tesla-Chef hingegen seinen Kumpel. Er habe die Sorge, Page entwickele aus Versehen etwas Böses. Er meint insbesondere Roboter ausgestattet mit künstlicher Intelligenz.

Bereits mehrfach warnte Musk vor Killer-Robotern. Möglich, dass er auch deshalb so oft bei Page vorbeischaut - um ihn im Auge zu behalten.