Staatsanwälte legen nach Weitere Anklage gegen Ex-Porsche-Chefs Wiedeking und Härter

Von mm-newsdesk
Müssen sich vor dem Landgericht Stuttgart wegen Marktmanipulation verantworten: Die ehemaligen Porsche-Vorstände Wendelin Wiedeking (l) und Holger Härter

Müssen sich vor dem Landgericht Stuttgart wegen Marktmanipulation verantworten: Die ehemaligen Porsche-Vorstände Wendelin Wiedeking (l) und Holger Härter

Foto: DPA

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat weitere Vorwürfe gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen ehemaligen Finanzchef Holger Härter erhoben. Kurz vor Beginn des Prozesses um die missglückte VW-Übernahme habe die Staatsanwaltschaft eine nachgeschobene Anklage eingereicht, teilten die Anwälte von Wiedeking und Härter am Montag mit.

Ein Sprecher des Landgerichts bestätigte den Eingang. Darin geht es um eine Pressemitteilung vom 26. Oktober 2008. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen aufgenommen, weil sie vermutet, dass mit der Erklärung über die geplante VW-Übernahme der Markt getäuscht worden war.

Die Behörde hatte ursprünglich Anklage gegen Wiedeking und Härter erhoben, weil diese den Finanzmarkt zwischen 2007 und 2009 nicht ausreichend über Porsches Pläne zum VW-Einstieg informiert haben sollen. Wiedeking und Härter müssen sich bislang vom 31. Juli an vor dem Landgericht Stuttgart wegen Marktmanipulation verantworten.

Verteidiger halten Vorwürfe für alten Wein in neuen Schläuchen

Ob die neue Anklage, so sie denn zugelassen wird, mit dem ersten Verfahren verbunden wird, müsse die Kammer noch entscheiden, so der Landgerichtssprecher. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch gegen den früheren Aufsichtsrat der Porsche SE wegen Beihilfe zur Marktmanipulation. Wiedeking und Härter sowie die Kontrolleure weisen die Vorwürfe zurück.

In einer gemeinsamen Erklärung der Anwälte von Wiedeking und Härter führen die beiden Verteidiger aus, dass die erhobenen Vorwürfe nicht neu und die besagte Pressemitteilung sowie deren Auswirkungen der Staatsanwaltschaft nun mehr seit sechseinhalb Jahre bekannt seien. Die in der nachgeschobenen Anklage erhobenen Vorwürfe seien "ersichtlich konstruiert, sachlich falsch und haltlos", führen die Verteidiger aus.

rei mit dpa-afx
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