Barroso soll EU-Pension abtreten 75.000 Unterschriften gegen Barrosos Goldman-Job

Von Arne Gottschalck
Her mit dem Geld: José Manuel Barroso wechselte von der EU-Kommission in einen gut bezahlten Job bei Goldman Sachs

Her mit dem Geld: José Manuel Barroso wechselte von der EU-Kommission in einen gut bezahlten Job bei Goldman Sachs

Foto: Virginia Mayo/ AP

Anfang Juli wurde bekannt, dass José Manuel Barroso einen Job bei Goldman Sachs antreten werde. Eine Welle der öffentlichen Empörung hat sich aufgebaut und beginnt über dem Ex-Politiker zu brechen - mehr als 75.000 Menschen haben eine Petition unterschrieben. Kernforderung? Der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission solle auf seine üppige EU-Pension verzichten, berichtet"The Guardian". 

Eine Gruppe EU-Offizieller hatte diese Petition initiiert, nannte Barrosos Verhalten - den Wechsel zur US-Investmentbank Goldman Sachs - "unverantwortlich" und "moralisch verwerfliches Verhalten." Es sei ein "desaströses Symbol" für die EU und ein "Geschenk für die EU-Phoben", wenn ein zu seinen Amtszeiten hochdotierter EU-Spitzenmann seine Kontakte im Dienst einer privaten US-Investmentbank noch einmal zusätzlich vergolden würde. Es sei ein weiteres Beispiel für die unverantwortliche Drehtür-Praxis, die die EU-Institutionen beschädige.

Barroso hatte die Kommission im November 2014 verlassen. 20 Monate später trat er seine Job bei Goldman Sachs  an, wo er das Finanzhaus zu den Folgen des Brexit beraten soll.

Barroso ist sicherlich nicht der erste EU-Politiker, den es in die Wirtschaft und deren gut dotierte Vorstandsetagen zieht. Aber vermutlich einer derer, bei denen der Übergang besonders unselig wirkt. Immerhin rang die EU 2014 mit der Griechenland-Krise, das Vertrauen in die Institutionen erodierte.

Und mit Goldman Sachs schlägt Barroso ausgerechnet bei der Bank auf, die mit ihren Bilanzierungstricks maßgeblich dafür gesorgt hat, dass Griechenland trotz fehlender finanzieller Solidität in die EU aufgenommen wird. Zumindest den 75.000 Menschen, die die Petition bislang unterschrieben haben, stößt es bitter auf.

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Barrosos Lobby-Kollegium: Die neuen Geldgeber der EU-Kommissare

Foto: AFP
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