Wo Weltpolitiker die Ferien verbringen Was es kostet, wie Obama und Merkel Urlaub zu machen

2008 (Foto) zog es Amerikas First Family noch nach Hawaii - zuletzt reisten die Obamas nach Martha's Vineyard

2008 (Foto) zog es Amerikas First Family noch nach Hawaii - zuletzt reisten die Obamas nach Martha's Vineyard

Foto: AP

Seit dem 19. Jahrhundert zieht es amerikanische Präsidenten im Urlaub vor die Küste von Massachusetts: Martha's Vineyard heißt die "Enklave der Vorstandsvorsitzenden und Baulöwen" (New York Times), auf der zuletzt auch die Obamas fast alle ihre Sommerurlaube verbracht haben. Deutschlands Kanzlerin setzt im Urlaub ebenfalls auf Kontinuität - seit Jahren reist Angela Merkel im Sommer nach Südtirol, laut "Bild" immer ins selbe Hotel, auf dieselben Wanderstrecken.

Andere Weltpolitiker suchen im Urlaub hingegen Abwechslung: David Cameron etwa, bis vor kurzem Premier von gut 60 Millionen im Sommer meist rot verbrannten Briten, zog es wie seine Landsleute in wechselnde mediterrane Gefilde.

Wo die Mächtigen der Welt urlauben und was das kostet - eine Übersicht:

Barack Obama: Teures Pflaster Martha's Vineyard

Soll in 14 Urlaubstagen zehn Mal Golf gespielt haben: US-Präsident Barack Obama

Soll in 14 Urlaubstagen zehn Mal Golf gespielt haben: US-Präsident Barack Obama

Foto: NICHOLAS KAMM/ AFP

Golf, Spaziergänge, spät ins Bett: US-Präsident Barack Obama nimmt sich während seiner Sommerurlaube offenbar Zeit für all die Dinge, die im Washingtoner Politikbetrieb nur schwer möglich sind. Zehn Mal habe Obama während seines zweiwöchigen Golf gespielt, berichtet die "Vineyard Gazette" , während die Nachrichtenagentur AP  verbreitet, der Präsident habe eines Sonntags noch um beinahe elf Uhr abends seine Sicherheits-Entourage versammelt, um auszugehen - ein "Hammer".

Wer es Obama gleichtun möchte, muss für die atlantische Idylle recht tief in die Tasche greifen: Ein Ferienhaus mit zwei Schlafzimmern im Städtchen Chilmark, wo die Obamas zuletzt abstiegen, kostet laut "boston.com"  mindestens 2900 Dollar pro Woche. Wer zwei weitere Schlafzimmer und Atlantikblick anstrebe, könne aber auch problemlos 20.000 Dollar für sieben Nächte loswerden.

Angela Merkel: Günstiger Blick auf den Ortler

Sulden in Südtirol: Hier wandert Angela Merkel

Sulden in Südtirol: Hier wandert Angela Merkel

Foto: © Dominic Ebenbichler / Reuters/ REUTERS

"Sie liest Akten, er liest Bild" - so fasste die gleichnamige Boulevardzeitung  jüngst den Sommerurlaub der Bundeskanzlerin zusammen. Kanzler seien "im Grunde immer im Dienst", sagte Merkel selbst Anfang des Sommers der "Bunten" .

In Sulden arbeitet es sich allerdings in entschieden pittoreskerer Umgebung als im Stahl-Glas-Beton-Ambiente des Kanzleramts - auch im Sommer tragen die umliegenden Berge noch Schnee. Zudem ist der Ort bei weitem nicht so teuer wie Obamas exklusive Atlantikinsel: Ein einwöchiger Aufenthalt in Merkels Hotel kostet bei Halbpension für zwei Personen gut 1400 Euro.

David Cameron: Teure Villa, teure Badehose

Mittelmeer, wie gemalt: Großbritanniens Ex-Premier David Cameron zog es zuletzt nach Korsika

Mittelmeer, wie gemalt: Großbritanniens Ex-Premier David Cameron zog es zuletzt nach Korsika

Foto: PASCAL POCHARD CASABIANCA/ AFP

Mallorca, Ibiza, Lanzarote - und Cornwall. David Camerons Urlaubsdestinationen der vergangenen Jahre lesen sich klassisch britisch. Immer wieder tauchten auch Fotos des Premiers an Bord von Billigfliegern auf.

Im für Cameron durchaus stressigen Brexit-Jahr 2016 gönnte sich der mittlerweile zurückgetretene Politiker allerdings etwas mehr Luxus - eine Villa bei Porto Vecchio auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika. 15.000 Pfund, so schätzt die britische Boulevardpresse, müssten Cameron und Entourage für eine Woche in einer solchen nebst Flugkosten auf den Tisch legen. Eigentlicher Aufreger der Sommersaison laut Mirror, Sun und Co. war allerdings Camerons Designer-Badehose für 225 Pfund.

Justin Trudeau: Wale gucken, Hochzeiten crashen

Kurz vor seinem Urlaub: Justin Trudeau auf der Vancouver Pride Parade

Kurz vor seinem Urlaub: Justin Trudeau auf der Vancouver Pride Parade

Foto: BEN NELMS/ REUTERS

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat seinen Sommerurlaub in Tofino verbracht, einem Städtchen an Kanadas Pazifikküste - und sich, die Presse des Landes dankte es ihm, aus Versehen oben ohne auf Hochzeitsfotos eines kanadischen Pärchens geschmuggelt .

Leser des Bestsellers "Der Schwarm" kennen Tofino zumindest dem Namen nach als Hotspot für das Beobachten von Walen; auch Trudeau wurde hier in einem Whale-Watching-Boot fotografiert. Solche Touren kosten vor Ort für Erwachsene etwa 100 kanadische Dollar, Kinder, Senioren und Studenten zahlen etwas weniger. Für ein Ferienhaus in bester Ozeanlage werden in der Hochsaison gerne mal 800 Dollar fällig - pro Nacht.

Francois Hollande: Am besten campen

Der weltbekannte Klosterberg Mont-Saint-Michel in der Normandie

Der weltbekannte Klosterberg Mont-Saint-Michel in der Normandie

Foto: Michael Zimmermann/ dpa

Der"Guardian" nennt es "staycation" : Frankreichs Politiker, so schrieb die Zeitung Anfang August, seien wegen konstant schlechter Umfragewerte und ökonomischer Sorgen schon in den vergangenen Jahren dazu angehalten worden, möglichst in Frankreich Urlaub zu machen.

2016 sei dies nun noch einmal strikter der Fall, da sich das Land nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate nach wie vor im Ausnahmezustand befinde: "Das Beste, was sich ein französischer Minister dieser Tage erhoffen kann, sind ein paar Tage in der Normandie, vorzugsweise in einem Zelt." Das wäre die bei weitem günstigste Variante aller Weltpolitiker: Ein Zeltplatz für zwei Personen kostet selbst in der Nähe des Klosterbergs Mont-Saint-Michel gerade einmal 22 Euro pro Nacht.

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