Heike Hanagarth geht nach nur 18 Monaten Staatskonzern Deutsche Bahn trennt sich von einziger Vorstandsfrau

Von mm-newsdesk
Heike Hanagarth: Lange war sie nicht im Amt

Heike Hanagarth: Lange war sie nicht im Amt

Foto: DPA

Der angekündigte Umbau der Konzernführung der Deutschen Bahn nimmt konkrete Züge an. Heike Hanagarth, Vorstand für Technik und Umwelt, scheidet Ende Juli aus dem Unternehmen aus, wie der Staatskonzern am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der Vorstandsposten war erst vor eineinhalb Jahren geschaffen worden, auch um die Probleme bei der Beschaffung und Zulassung von Zügen besser in den Griff zu bekommen.

Hanagarth, die zuvor bei BMW die Motorenfertigung im Werk München leitete, ist die einzige Frau im Vorstand. Vorstandschef Rüdiger Grube hatte ihre Berufung 2013 mit den Worten gefeiert, mit Hanagarths Berufung sei "in einem großen deutschen Konzern erstmals eine Frau ausschließlich für Technik zuständig".

Die Personalie Hanagarth gilt nur als Vorstufe zu einer tiefergreifenden Reform: Als sicher gilt, dass auch Güterverkehrsvorstand Karl-Friedrich Rausch im Laufe des Jahres ausscheidet und der Posten in dieser Form nicht mehr besetzt wird. In Kreisen des Konzerns wird auch mit der Ablösung von Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg gerechnet. Bahn-Manager halten zudem das Aus für Güterbahn-Chef Alexander Hedderich für sicher, dessen Sparte in den vergangenen Jahren stets die Geschäftsziele verfehlt hatte.

Dagegen wird mit dem Aufstieg von Ex-Kanzleramtschef Roland Pofalla in den Vorstand gerechnet, wenn der Chef der Rechtsabteilung Gerd Becht ausscheidet. Das von Ulrich Weber geleitete Personalressort soll den Angaben aus Konzernkreisen zufolge künftig von einer Frau besetzt werden, damit in der Unternehmensführung nicht allein Männer sitzen.

got/rtr
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