Montag, 20. Mai 2019

Investor fordert neue Führung bei VW Immer Ärger mit Volkswagen - Speich reicht's

Ingo Speich: Die Stimme des Investors Union Investment - derzeit ist er schwer verärgert über VW. Die Union Investment ist eine der größten Fondsgesellschaften Deutschlands.
Union Investment
Ingo Speich: Die Stimme des Investors Union Investment - derzeit ist er schwer verärgert über VW. Die Union Investment ist eine der größten Fondsgesellschaften Deutschlands.

Harte Worte sind das: "Ein externer Kandidat für den Posten des Vorstandsvorsitzenden wäre besser", sagte Ingo Speich, Fondsmanager der Fondsgesellschaft Union Investment. Und weiter: "VW braucht jetzt einen starken Vorstandsvorsitzenden und einen starken Aufsichtsratsvorsitzenden. Mit der gegenwärtigen Führung ist es kaum möglich, Vertrauen am Kapitalmarkt zurückzugewinnen. Natürlich gilt für Herrn Müller und Herrn Pötsch die Unschuldsvermutung, aber ihre Autorität und Glaubwürdigkeit sind geschwächt, weil sie seit langem zum innersten Machtzirkel von VW gehören. Der Konzern hat bei seinen Krisen in den vergangenen zehn Jahren nie drastische Maßnahmen ergriffen. Jetzt wäre die Chance für einen echten Neuanfang."

Ein Großinvestor, 251 Milliarden Euro verwaltet Union Investment, bricht den Stab über Matthias Müller, den neuen Chef von Volkswagen? Für deutsche Verhältnisse eigentlich ein ungewöhnliches Vorgehen.

In der Regel sind es hierzulande nur wenige Investoren, die öffentlich so deutlich werden. Die meisten bevorzugen das Gespräch hinter verschlossenen Türen. Über verfehlte Kennzahlen, Skandale und so weiter. Über den Inhalt dieser Gespräche, über eventuelle Drohungen, Anteile zu verkaufen, gelangen höchstens Gerüchte nach draußen. Lauter wird Kritik nur an einer Stelle.

Die Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft ist für einige Investoren das Forum, sich öffentlich zu Wort zu melden und damit Druck zu machen. Doch auch dort sind es nur wenige, die dieses Forum aktiv nutzen - die DWS zum Beispiel und eben die Union Investment. Das hat zum einen mit den Personalressourcen zu tun. Kritik sollte schließlich vom Fondsmanager kommen, der nah an den Entscheidern dran ist. Der allerdings soll auch seine Fonds verwalten. Bei großen Häusern kein Problem, bei kleinen schon. Dazu kommt noch eine kulturelle Frage.

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