Mittwoch, 19. Juni 2019

Geplatzer Verkaufspoker um Skimarke Bogner Der Brief des BHF-Chefs, der seinen Aufsichtsrat in Rage brachte

Hat er seine Amtspflicht verletzt? Das prüft nun der Aufsichtsrat der BHF-Bank, der deren Chef Björn H. Robens Mitte Juni des Amtes enthoben hatte

Björn Robens (44), dem geschassten Ex-Vorstandssprecher der BHF-Bank, ist vor allem seine Rolle im Übernahmekampf um die Skisportmarke Bogner zum Verhängnis geworden. In einem Brief an Alexander Dibelius (55), damals noch in Diensten der mit dem Verkauf beauftragten US-Investmentbank Goldman Sachs, hatte Robens weitreichende Finanzierungszusagen im Namen der BHF gemacht, für die es keinen Vorstandsbeschluss gab. Das berichtet manager magazin, dem der Brief vorliegt, in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungsdatum: 24. Juli).

Konkret ging es um eine Akquisitionsfinanzierung über 60 Millionen Euro sowie die Garantie, Eigenkapital nachzuschießen, sollte den Investoren das Geld ausgehen. Zum Investorenkonsortium, das letztlich nicht zum Zuge kam, weil Bogner den Verkauf abgeblasen hat, gehörten unter anderen Ex-Coty-Chef Bernd Beetz (64), Daimler-CEO Dieter Zetsche (62), Fußballweltmeister Philipp Lahm (31) sowie der chinesische Investor Fosun, der auch an der BHF beteiligt ist und eine enge Beziehung zu Robens pflegt.

In dem Schreiben an Dibelius treten Robens und Beetz als Vertreter der Investoren ("im Wesentlichen Kunden der BHF") auf. Kritisch ist vor allem die Eigenkapitalgarantie. Im Extremfall wären das jene 305 Millionen Euro gewesen, die Robens und Beetz in dem Brief vom 27. März als "Kaufpreisüberlegung" nennen. Ende 2014 belief sich das Eigenkapital der BHF auf 492 Millionen Euro.

Robens, der auf den unverbindlichen Charakter des Angebots sowie umfangreiche Rücktrittsrechte verweist, verteidigt den fehlenden Vorstandsbeschluss damit, dass der Bogner-Verkauf bereits weit fortgeschritten und daher Eile geboten gewesen sei. Zudem hätten Hausjuristen sowie Anwälte der Kanzlei Noerr die Offerte abgenickt. Seine Vorstandskollegen und der Aufsichtsrat hätten von dem Vorgang gewusst.

Dem widerspricht der Aufsichtsrat, der Robens am 16. Juni seines Amtes enthoben hatte: Er sei mitnichten informiert gewesen; die Kapitalgarantie hätte Robens ohne vorherige Genehmigung nicht geben dürfen. Das Gremium prüft nun, ob Robens seine Amtspflichten verletzt hat.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der August-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen. Die digitale Ausgabe ist hier für Sie verfügbar, ab Freitag liegt die Print-Ausgabe am Kiosk. Abonnenten liefern wir das frische manager magazin am Donnerstag in den Briefkasten oder elektronisch. Oder beides.

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