Mittwoch, 26. Juni 2019

Traktorenwerk in der Ukraine lahmgelegt Kiews Geheimdienst zwingt Ex-Magna-Chef Wolf zur Aufgabe

Siegfried Wolf (Aufnahme von 2009 vor dem Berliner Bundeskanzleramt, als designierter Opel-Käufer)

Siegfried Wolf möchte sein ukrainisches Industrie-Investment wieder loswerden. Egal, an wen. "Vielleicht gibt es jemanden, der akzeptiert wird", sagte er der Wiener Nachrichtenagentur APA (hier wiedergegeben vom "Wirtschaftsblatt").

Dem örtlichen Oligarchen Oleksandr Jaroslawsky hätte der Österreicher gern seinen 30-prozentigen Anteil am Charkiwer Traktorenwerk XTZ übergeben. Doch das wurde vom ukrainischen Kartellamt untersagt. "Es tut mir um die Mitarbeiter leid, aber ich kann nicht mehr weitermachen", sagte Wolf dem "Kurier".

Schon seit März ruht die Produktion der laut "Kurier" weltgrößten Traktorenfabrik, die sich bislang rühmte, im Unterschied zum Großteil der ukrainischen Wirtschaft über die vergangenen Bürgerkriegsjahre hinweg ihren Betrieb aufrechterhalten zu haben. Hintergrund sind umfassende Ermittlungen des Geheimdienstes SBU, die Wolf im April überhaupt erst dazu brachten, seinen Anteil offenzulegen. Kiew bezichtigt ihn, als Strohmann für russische Interessen an dem als kriegswichtig deklarierten Unternehmen zu dienen, außerdem Steuern zu hinterziehen und einiges mehr. Der Hauptvorwurf lautete, XTZ habe unter Wolfs Regie illegal Traktoren und auch Konstruktionszeichnungen über die nahe Grenze nach Russland geschafft.

Dass ausländische Investoren sich in dem vom Krieg zerrütteten Pleitestaat die Finger verbrennen, ist Alltag. Aber selten erwischt es einen so prominenten westlichen Topmanager.

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