Googles unbekannter Großverdiener 100 Millionen Dollar im ersten Jahr

Läuft: Sundar Pichai hat im ersten Jahr an der Google-Spitze über 100 Millionen Dollar verdient

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Googles Chef Sundar Pichai ist in einer bemerkenswerten Position: Er ist einer der mächtigsten und bestverdienenden Vorstandsvorsitzenden im Silicon Valley - und gleichzeitig so unbekannt, dass er ungestört über eine der Leitmessen der Tech-Industrie spazieren kann.

"Buzzfeed"  hat Googles wichtigsten Mann im Januar über die Consumer Electronics Show in Las Vegas begleitet: "Den ganzen Morgen über ist er mit umgedrehtem Namensschild herumgelaufen, hatte Spaß, hat sich anonym neue Gadgets angeschaut." Apples Cook, Facebooks Zuck oder Amazons Bezos könnten das wohl kaum - wenngleich Pichai mittlerweile in ihrer Einflusssphäre angekommen sei.

Auch beim Verdienst muss sich der indischstämmige Ingenieur an der Google-Spitze nicht verstecken: In seinem ersten Jahr hat er ein Gehaltspaket von über 100 Millionen Dollar eingestrichen, so hat "Bloomberg"  aus Dokumenten erfahren, die Google bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Sein Grundgehalt ist dabei vergleichsweise dünn: 652.500 Dollar habe Pichai an Lohn erhalten, der Rest (99,8 Millionen Dollar) entfalle auf Aktien; diese würden allerdings erst 2017 fällig.

Pichai führt Google erst seit dem großen Konzernumbau im August 2015, als der Suchmaschinenkonzern die Holding Alphabet als übergeordnete Instanz erschuf. Zuvor hatte er Googles Mobilgeschäft verantwortet und galt lange als rechte Hand von Mitgründer Larry Page. Bereits im Februar hatte Google ihm laut "Bloomberg" insgesamt 199 Millionen Dollar an Aktien zugesichert, die ihm zufallen, je länger er für das Unternehmen tätig ist.

Insgesamt verfüge Pichai damit über 635 Millionen Dollar dieser "unvested shares" - Aktien, über die er erst verfügen kann, wenn er für einen bestimmten festgelegten Zeitraum für sein Unternehmen gearbeitet hat. Hinzu kommen laut Bloomberg  noch Aktien-Optionen im Wert von 11,6 Millionen Dollar, die er allerdings ebenfalls erst im Laufe der Zeit ziehen kann.

Der top-bezahlte Unbekannte: Wer ist Sundar Pichai?

Pichai scheine wie der perfekte Chef für Google, schreibt "Buzzfeed" : Das Unternehmen stecke in seiner marktbeherrschenden Position "irgendwo zwischen Unternehmens-NSA und einer modernen Ostindien-Kompanie". Während Pichais Vorgänger Eric Schmidt und Larry Page blutleer und unempathisch gewirkt hätten, würde über den aktuellen Chef bei Google geflüstert, dass er seine Kinder an jedem Abend des Jahres 2015 selbst ins Bett habe bringen wollen.

Der immer noch neue starke Mann bei Google stammt aus relativ einfachen Verhältnissen: Bis er zwölf Jahre alt war, hatte die Familie aus dem südindischen Tamil Nadu kein Telefon. An die Elite-Uni Stanford schaffte es der Sohn eines Ingenieurs mit einem Stipendium, die Kosten für das Flugticket (umgerechnet 1000 Dollar) hätten das Jahreseinkommen seiner Familie überstiegen: "Meine Eltern haben vieles geopfert und Bildung hatte immer Priorität."

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Bei Google startete Pichai am 1. April 2004 - sein Vorschlag, der Konzern möge doch einen eigenen Browser entwickeln, wurde nach dem Erfolg von Chrome zu seiner Eintrittskarte in die Chefetage. Vor gut drei Jahren übernahm er die Verantwortung für das weltweit führende Smartphone-Betriebssystem Android, im Herbst 2014 zudem die Aufsicht über Googles ganzes Online-Geschäft (abgesehen vom Videoportal Youtube). Seit dem großen Umbau im August 2015 sitzt er offiziell auf dem Chefsessel von Googles (einziger) Geldmaschine.

Für "Buzzfeed"  ist Pichai ein "irgendwie langweiliger das-Beste-für-das-Unternehmen-Mann" - "Business Insider"  fügt allerdings hinzu, Langweiligkeit sei eines der Schlüsselelemente effektiver Führungskräfte. Langweilig zu sein bedeute, emotional erwachsen zu sein, also emotional stabil und gewissenhaft. Wer vorhersehbar und verantwortungsbewusst sei, neige dazu, am effektivsten zu arbeiten.