Freitag, 19. Juli 2019

Heuern und feuern im Silicon Valley Die trügerische Suche nach dem Rock-Star-Angestellten

Marissa Mayer: Von Google zu Yahoo gelockt - und nun?

2. Teil: Wachsen lassen statt wildern

Er hat sich lange mit der Frage der Talent-Portabilität befasst. Der Frage also, ob ein Rockstar-Angestellter in einem anderen Unternehmen ebenso glänzen kann wie zuvor. Dazu hat er unter anderem untersucht, wie es gefeierten Finanzanalysten erging. 1.052 von ihnen fanden sich in seinen Statistiken. Und knapp die Hälfte brachte im neuen Job nur armselige Leistungen und kamen auch später nie wieder auf die Beine.

Jeffrey Pfeffer ist Professor der Stanford-Universität und erklärt: "Die Leistung von Menschen ist nicht nur eine Funktion ihrer individuellen Fähigkeiten. Sondern auch des System, in dem sie arbeiten". Talent, so scheint es, mag keine Umzüge.

Einigen Firmen ist das inzwischen auch aufgefallen. Google zum Beispiel beginnt, ihren hauseigenen Talent-Pool zu messen und zu erfassen, statt bei der Konkurrenz zu wildern.

Eine Taktik, die akademischen Segen findet. So zeigt eine Studie der Harvard Business School, dass es so etwas wie "toxische Arbeitnehmer" gibt. Wer sie anheuert, bekommt Probleme. Die Studie rechnet vor, dass ein guter neuer Angestellter einen finanziellen Vorteil von 5.303 Dollar bringen kann, einfach, weil er die Performance nach oben treibt. Dem gegenüber steht der faule Apfel, der das Unternehmen bis zu 12.489 Dollar kostet. Weil er auch die anderen ansteckt.

Was bleibt also fürs Valley? Weniger wildern, lieber selbst die kommenden Stars heranziehen.


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