Mittwoch, 20. November 2019

Was für Franchise-Nehmer schiefgehen kann Die größten Fehler im Franchise-Geschäft

Rapper & Sportler: Vom Football-Star zum Franchise-Riesen
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McDonalds ist es, Mrs. Sporty und Das Futterhaus - sie funktionieren als Franchise-Unternehmen. Auf dem Papier klingt es gut, eine bestehende Geschäftsidee zu kopieren, mit Segen und Unterstützung der geistigen Väter und Mütter. Doch in der Praxis kann das Geschäft mit Burgern, Sportstudios oder Hundefutter seine Tücken haben. Wenn nämlich der "Kopierer" seine Hausaufgaben nicht macht. Doch von Anfang an.

Dort, am Anfang, lässt sich alles gut an. "Haben Sie Ketchup im Blut?", fragt zum Beispiel das Franchise-Portal für McDonalds. Und mit Tennislegende Steffi Graf als prägende Figur lockt das Studiogeschäft von Mrs. Sporty. Trotzdem kann, wie so oft im Geschäftsleben, einiges schief gehen. Und das liegt oft auch am Franchise-Nehmer selbst.

"Der wohl größte Fehler vor der Gründung im Franchisesystem ist es, nicht genügend Informationen einzuholen, die eine realistische Einschätzung zum Für und Wider erlaubt", sagt zum Beispiel Antje Katrin Piel vom Deutschen Franchise Verband. Informieren, wie es auch vor dem Kauf eines Kühlschranks oder bei der Geldanlage wichtig ist. "Eine Marke kann noch zu gut sein, doch zwei Feinkostläden in eine Entfernung von wenigen Metern, ist auch dann einer zu viel." Zu diesen Anfangsaufgaben gehört es auch den Franchise-Vertrag zu lesen.

Überkomplex sollte das System auch nicht sein, mahnt Dirk Nonnenmacher, für den Gewürzhändler Violas' verantwortlich. Sondern ein "standardisiertes und etabliertes Geschäftsmodell" bieten. Das bedeutet auch, dass Marke und Geschäftsmodel bereits existieren. Und das Geschäftsmodell des Systems sollte "nicht einfach kopiert werden".

Banal? Aber viel zu oft werden genau diese Hausaufgaben offenbar nicht gemacht.

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Trotzdem wuchsen die Franchise-Aktivitäten weltweit, beobachtet und protokolliert die International Franchise Association wohlwollend und prognostiziert für 2016 weiteres Wachstum. Und das soll das sechste Jahr in Folge stärker ausfallen als der Schnitt jener Unternehmen, die franchise-frei agieren.

In Deutschland dagegen stieg die Zahl der Franchise-Nehmer nur knapp. Und 2015 lösten 73 Prozent der Franchise-Geber Verträge mit ihren Franchise-Nehmern auf; in der Regel wegen Mangel an wirtschaftlichem Erfolg, wie das Franchise-Barometer des DFV auflistet.

In Amerika zumindest ist Franchise-Nehmer ein gängiger Karriere-Weg, gerade für Sportler und Ex-Sportler.

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