Sonntag, 16. Juni 2019

Protest gegen Ferrero Ségolène Royal zieht in den Nutella-Krieg

Ségolène Royal: Ferrero im Visier

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Ségolène Royal noch wer - immerhin trat die Französin 2007 zur Wahl als Präsidentin an. Inzwischen hat sie es zwar in die Regierung geschafft, doch in das Amt des eher wenig glamourösen Umweltministers. Trotzdem - oder vielleicht etwa deswegen - knöpft sie sich einen hochkalibrigen Gegner vor und schießt öffentlich scharf gegen den Nutella-Fabrikanten Ferrero. Und fordert ihre Landsleute auf, kein Nutella mehr zu essen. Denn der Brotaufstrich trage zur Erderwärmung bei.

"Wir müssen viele Bäume ersetzen, weil es eine erhebliche Abholzung gibt, die auch in der globalen Erwärmung mündet. Wir sollten daher zum Beispiel aufhören Nutella zu essen. Denn das wird unter anderem aus Palmöl gemacht", sagte sie in einem Interview mit dem französischem Sender Canal+, das "The Guardian" aufgriff.

Was mögen Bäume mit Nutella zu tun haben? Um Palmöl-Bäume anzupflanzen, werden andere Bäume abgeholzt. Royal verdeutlicht: Palmölbäume ersetzen andere Bäume, sagt Royal. Und damit werde der Umwelt ein deutlicher Schaden zugefügt. Also müsse Nutella aus anderen Zutaten gefertigt werden. Immerhin könnte dann die Abholzung gestoppt werden.

Royal gelang mit ihren Ausführungen immerhin etwas, woran Umweltaktivisten in aller Regel scheitern.

Denn der Konzern Ferrero fühlte sich bemüßigt zu reagieren. Am Dienstag veröffentlichte der italienische Riese eine Mitteilung, in der es hieß, man sei sich der Umweltaspekte bewusst und habe Anstrengungen unternommen, Palmöl in verantwortlicher Art und Weise zu fördern. Ferrero bezieht gut 80 Prozent seines Palmöls aus Malaysia, der Rest kommt aus Papua Neu Guinea, Indonesien und Brasilien.

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Royal arbeitet sich damit einmal mehr an ihrem offenbaren Lieblingsgegen ab - bereits vor gut zwei Jahren hatte sich versucht, eine 300-Prozent-Steuer auf Palmöl einzuführen, weil es zur Verfettung beitrage und die entsprechenden Plantagen schlecht für die Umwelt seien. Doch ohne Erfolg.

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