Donnerstag, 9. April 2020

Umstrittene Trump-Personalie Dieser Öl- und Kohle-Fan soll Amerikas Umweltbehörde leiten

Freund der Klimasünder: Scott Pruitt soll die Umweltschutzbehörde EPA leiten

"Scott Pruitt an der Spitze der Umweltbehörde EPA, das ist, als würde man einen Brandstifter zum Chef der Feuerwehr machen." Besser als Michael Brune, Geschäftsführer des Sierra Club und damit der ältesten und größten Naturschutzorganisation der Vereinigten Staaten, kann man die Kritik an einer der jüngsten Personalentscheidungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump wohl kaum auf den Punkt bringen.

Unter Klimaschützern hatte Trumps Wahlsieg bereits für schlimmste Befürchtungen gesorgt. Der Republikaner ist ein erklärter Freund der traditionellen Energieindustrie mit Öl, Gas und Kohle, die maßgeblich für den weltweiten Klimawandel mitverantwortlich gemacht wird. Und er hat bereits öffentlich angezweifelt, dass es eben diesen von Menschen verursachten Klimawandel tatsächlich gibt.

Trump hatte im Wahlkampf den Klimawandel als eine Erfindung zum Schaden der US-Industrie bezeichnet und zunächst einen Ausstieg der USA aus dem Welt-Klimaabkommen von Paris gefordert. Seit seiner Wahl Anfang November signalisierte er allerdings auch Offenheit für den Klimaschutz.

Der Ölindustrie allerdings hat Trump im Wahlkampf versprochen, umweltpolitisch motivierte Regulierungen ihrer Geschäfte zurücknehmen zu wollen. Nicht zuletzt deshalb befinden sich die Aktien amerikanischer Ölfirmen im Höhenflug, seit klar ist, dass Trump Präsident werden wird.

Und jetzt die jüngste Personalie des designierten US-Präsidenten, nach der die schlimmsten Befürchtungen der Klimaschützer erst recht wahr zu werden drohen: Mit Scott Pruitt, dem Chefankläger des US-Bundesstaates Oklahoma, will der New Yorker Immobilienmilliardär einen erklärten Gegner der Klimaschutzpolitik von US-Präsident Barack Obama zum Chef der US-Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (kurz: EPA) machen. In Deutschland wurde die Behörde vor allem bekannt, als sie im Abgasskandal des Autobauers Volkswagen Börsen-Chart zeigen federführend gegen die Wolfsburger vorging.

Trump habe Pruitt für den Posten an der EPA-Spitze ausgewählt, teilte sein Beraterteam mit. Der 48-Jährige gilt als Freund der Öl- und Kohle-Industrie. Auch er hat in der Vergangenheit bereits den Menschen-gemachten Klimawandel geleugnet. Seit seinem Amtsantritt in Oklahoma im Jahr 2011 hat er zudem mit zahlreichen Klagen Auflagen der EPA angefochten.

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