Donnerstag, 2. April 2020

Führungsumbau SAP verkleinert den Vorstand

SAP in Walldorf
Uwe Anspach/DPA
SAP in Walldorf

Europas größter Softwarekonzern SAP will mit einer neuen Aufgabenverteilung im Vorstand künftig geschlossener gegenüber seinen Kunden auftreten. Einfache Kommunikation und einheitliches Auftreten seien genauso wichtig wie herausragende Produkte, Support oder Service, teilte das Walldorfer Unternehmen mit.

Deshalb wird SAP zufolge das für das Einrichten und Warten von Software zuständige Ressort Digital Business Services von Michael Kleinemeier auf Vertriebschefin Adaire Fox-Martin und Produktmanagement-Chef Thomas Saueressig aufgeteilt. Der 62-jährige Kleinemeier verlässt nach gut drei Jahrzehnten den Weltmarktführer für Unternehmenssoftware zum 30. April. Auch Personalvorstand Stefan Ries, 53, mit Unterbrechung seit 2002 bei SAP, scheidet aus. Ob die Leitung von Human Ressources im Vorstand angesiedelt bleibt, ist einem SAP-Sprecher zufolge noch offen.

Aufgabenteilung bereits an der Konzernspitze

SAP ist nach mehreren Zukäufen von Unternehmen mit Cloud-Software in den vergangenen Jahren dabei, sich neu zu organisieren. Die beiden Konzernchefs Christian Klein und Jennifer Morgan wollen Doppelstrukturen vermeiden, damit Kunden mit weniger SAP-Ansprechpartnern im Austausch sind und der Softwareriese effizienter arbeitet. "Unsere Kunden erwarten von uns zurecht, dass unser Angebotsportfolio nahtlos integriert ist und alle Lösungen reibungslos zusammenarbeiten", erklärte Klein. Deshalb seien sechs Lösungsbereiche geschaffen worden. So werden verschiedene Anwendungen für Marketing, Einkauf und Personalmanagement zusammengefasst.

Das Produktpaket S/4HANA und die Datenbank- und Massendatenanalyseinstrumente HANA & Analytics sind weitere Sparten. Vorerst eigenständig bleibt das im vergangenen Jahr zugekaufte US-Unternehmen Qualtrics, das als digitaler Marktforscher an sich zum Lösungsfeld Marketing.

SAP hatte zuletzt mitgeteilt, dass die Dividende trotz eines deutlichen Rückgangs beim Nettogewinn erhöht wird. Je Aktie sollen in diesem Jahr 1,58 Euro ausgezahlt werden, hatte der Dax-Konzern bekanntgegeben. Das sind acht Cent oder gut 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

msc mit Reuters

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