Freitag, 24. Mai 2019

Neues Jahr, neues Glück? Was die deutschen CEO-Verlierer des Jahres 2018 nun machen

Sie wurden vom Aufsichtsrat gefeuert, von aktivistischen Investoren genervt - oder gar von Staatsanwälten verhaftet: Im Jahr 2018 gingen mehrere Vorstandsvorsitzende großer deutscher Unternehmen ziemlich spektakulär von Bord. Womit sich die einstigen Unternehmenslenker nun beschäftigen - und warum manche richtig stillhalten.

Rupert Stadler: Der Ex-Audi-Chef ist abgetaucht

Rupert Stadler: Wieder frei, aber trotzdem still

Nach seinem Abgang als Audi-Chef bleibt Rupert Stadler (55) bleibt erstmal auf Tauchstation. Seine elfeinhalb Jahre lange Ära als Vorstandschef von VWs Luxustochter Audi fand im Sommer ein jähes Ende: Am 19. Juni 2018 verhafteten Staatsanwälte den langjährigen Audi-Chef Rupert Stadler. Weil er versucht haben soll, Zeugen zu beeinflussen, musste Stadler wegen "Verdunklungsgefahr" monatelang in Untersuchungshaft. Audi beurlaubte Stadler zunächst, im Oktober trennte sich der Volkswagen-Konzern endgültig von Stadler. Anfang November schaffen es Stadlers Anwälte, ihn gegen Kaution aus der Untersuchungshaft zu holen.

Seit seiner Freilassung ist es um den Automanager still geworden. Bei Kultur- oder Sportveranstaltungen in Ingolstadt ließ sich Stadler zuletzt nicht blicken, heißt es in Berichten süddeutscher Medien. Für den Komplettrückzug aus der Öffentlichkeit hat Stadler gute Gründe: Zu seinen Kautionsauflagen gehört auch ein Kontaktverbot zu Personen, die für das Ermittlungsverfahren relevant sind.

Dass die Staatsanwälte Anklage gegen ihn erheben, gilt als wahrscheinlich - die Anklageschrift soll im späten Frühjahr 2019 fertig sein. Bis dahin dürfte Stadler wohl zahlreiche Termine mit seinen Anwälten haben, um seine Verteidigungsstrategie festzulegen.

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