Rolf Nonnenmacher wird Chef der Corporate-Governance-Kommission Das ist der neue Sittenwächter der Deutschland AG

Deutschlands neuer Governance-Chef: Rolf Nonnenmacher (hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2006)

Deutschlands neuer Governance-Chef: Rolf Nonnenmacher (hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2006)

Foto: Steffen Kugler/ picture-alliance/ dpa

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance bekommt einen neuen Chef: Der ehemalige Deutschlandchef des Wirtschaftsprüfungskonzerns KPMG, Rolf Nonnenmacher, soll das Gremium ab Frühjahr 2017 führen. Die Kommission setzt im Auftrag der Regierung und als Selbstverwaltungsorgan der privaten Wirtschaft Regeln und Standards für die Arbeit von Aufsichtsräten und Vorständen in Unternehmen - beispielsweise für den Umgang mit Interessenskonflikten und Aktionären.

Der 61-jährige Nonnenmacher ist nach Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme (73, 2001 bis 2008, Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus Peter Müller (71, 2008 bis 2013) sowie Amtsinhaber und Ex-Deutsche-Börse-Aufsichtsratschef Manfred Gentz (74, seit 2013) der erste Vorsitzende der Kommission, der nicht persönlich Vorstand oder gar Aufsichtsratschef einer großen deutschen Publikumsgesellschaft war.

Gentz hatte seit Monaten nach einem Nachfolger für sein Amt gesucht. Vor allem nach Verabschiedung der gesetzlichen Frauenquote für den Aufsichtsrat hatte es von aktiven Vorständen und Aufsichtsräten in privaten Gesprächen verstärkt Kritik gegeben, die Kommission vertrete die Interessen der Wirtschaft gegenüber der Politik nicht stark genug. Allerdings hat es Gentz geschafft, die Regulierungsintensität der Kommission zu reduzieren und den Aufsichtsräten und Vorständen wieder mehr Freiraum zu geben.

Nonnenmacher war von 2005 bis 2011 Vorstandssprecher von KPMG Deutschland, die für zahlreiche Dax-Konzerne die Bilanzen prüft, seit zwei Jahren ist er vornehmlich als Aufsichtsrat aktiv: So leitet er etwa die Prüfungsausschüsse von Continental, Covestro und ProSiebenSat1.

Fotostrecke

Frauen in Führungspositionen: Die 50 einflussreichsten Frauen der Wirtschaft

Foto: [M]

Noch nicht erfolgreich war Gentz bislang bei seiner Suche nach einer Nachfolgerin für Kommissionsmitglied Ann-Kristin Achleitner, 50. Die Berufsaufsichtsrätin mit Mandaten bei Deutsche Börse, Linde, Metro, MunichRe sowie Engie aus Frankreich legt ihr Mandat in diesen Tagen nieder. Einen Vorschlag für die Nachfolge soll es in den kommenden Monaten geben.

Mehr lesen über