Montag, 26. August 2019

Ex-DFB-Chef ZDF will Grindel nicht zurück

Der zurückgetretene Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Reinhard Grindel
Boris Roessler/DPA
Der zurückgetretene Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Reinhard Grindel

Ex-DFB-Chef Reinhard Grindel wird beim ZDF wohl kein journalistisches Comeback erleben. Der Sender gab ein juristisches Gutachten in Auftrag, um ein mögliches Rückkehrrecht zu klären. Senderboss Bellut äußerte sich intern eindeutig.

Vor seiner Zeit beim DFB war Reinhard Grindel nicht nur Bundestagsabgeordneter. Von 1992 bis 2002 war er als Redakteur beim ZDF, zuletzt als Leiter des Brüsseler Büros. Ob er aus dieser Zeit ein Rückkehrrecht zum Sender hat, ist umstritten. Grindel selbst scheint sich das nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident jedoch vorstellen zu können. Er soll jedenfalls bei ZDF-Intendant Thomas Bellut in der Sache vorgesprochen haben.

DFB-Präsident Reinhard Grindel war Anfang April nach einer Serie von Fehltritten zurückgetreten, nachdem er durch Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte und die Annahme einerteuren Uhr unter Druck geraten war.

Bellut selbst hat noch nicht über die Frage entschieden. Intern hat er jedoch klar gemacht, dass er eine Rückkehr Grindels auf dessen alten Posten ablehne. Eine journalistische Tätigkeit des Ex-DFB-Chefs komme für ihn nicht infrage. Es sei unvorstellbar, dass Grindel für das ZDF etwa Sport oder Politik kommentiere.

Das ZDF gab zudem ein Gutachten in Auftrag, das die juristischen Fragen klären soll, bestätigte ein ZDF-Sprecher. Bundestagsabgeordnete haben unter bestimmten Umständen ein Rückkehrrecht, wenn sie zuvor beispielsweise in öffentlich-rechtlichen Sendern gearbeitet haben. Bei Grindel ist fraglich, ob dieses Recht noch besteht. Laut ZDF-Sprecher werde das Ergebnis des Gutachtens für die nächsten Tage erwartet und dann eine Entscheidung getroffen.

Heute wurde zudem bekannt, dass Grindel auch auf seine Ämter bei den internationalen Fußballorganisationen Uefa und Fifa verzichtet.

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