Stimmen zum Relegations-Drama des HSV "So glücklich, dass ich keine Worte dafür habe"

Der Hamburger SV ist einfach nicht klein zu kriegen: In der Verlängerung der Relegation gewann der Bundesligist gegen den Karlsruher SC. Die Verlierer können es kaum fassen - und in Hamburg ringt man um die richtigen Worte.
Trainer Labbadia (oben), Kapitän van der Vaart (unten): "Ich liebe diese Stadt"

Trainer Labbadia (oben), Kapitän van der Vaart (unten): "Ich liebe diese Stadt"

Foto: THOMAS KIENZLE/ AFP

Hamburg ohne Erstliga-Fußball? Nicht jeder in der stolzen Hansestadt hatte vor dem Relegations-Rückspiel des HSV gegen den Karlsruher SC zugegeben, wie groß seine Angst davor war - doch der Erleichterung macht man gern Platz. So twitterte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz nach dem Klassenerhalt des Hamburger SV, der 2:1 gegen den KSC gewonnen hatte: "Kämpfen bis zuletzt. Das zahlt sich aus. Gratulation an den #HSV".

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Alexander Otto, Mäzen für den HSV-Campus und früherer HSV-Aufsichtsratsvorsitzender, sagte: "Mir fallen 1000 Steine vom Herzen. Für den Verein, seine Fans, die ganze Stadt und auch für die Olympia-Bewerbung ist der Verbleib in der 1. Liga von unglaublicher Bedeutung."

Die weiteren Reaktionen auf den Relegations-Krimi im Überblick:

Willi Schulz (ehemaliger Nationalspieler und HSV-Profi): "Es steht dem HSV, der Stadt Hamburg und uns allen gut zu Gesicht, dass der Verein in der Bundesliga geblieben ist. Egoistisch betrachtet und im Spaß würde ich sagen: Ich bin froh, dass ich auch in der kommenden Saison in Hamburg wieder Gast im Stadion eines Erstligisten sein kann."

Jens Todt (Manager des Karlsruher SC): "Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte. Das war das denkbar knappste aller Ergebnisse. Wenn der Ball direkt in den Winkel geht, das ist unglaublich. Diese Dramaturgie kann man gar nicht so schreiben. Wir werden wiederkommen."

Markus Kauczinski (Trainer Karlsruher SC): "Es tut mir leid für die Spieler, die alles gegeben haben. Das Quäntchen Glück hat uns heute gefehlt. Das ist eine sehr bittere Niederlage."

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): "Das kann man sich gar nicht vorstellen. Es ist schwer, in Worte zu fassen, was mir diese Wochen bedeutet haben. Es ist ein unglaubliches Gefühl, mehr geht gar nicht. Abstiegskampf ist mit Abstand das Schlimmste. Ich lebe in der Stadt, ich liebe diese Stadt, und ich liebe den Verein."

René Adler (Torhüter Hamburger SV): "Ich muss ehrlich gestehen, dass in den letzten Minuten vermehrt negative Gedanken kamen. Heute hat nur eine Mannschaft gespielt, es war extrem schwer. Das ist unser Finale gewesen, das brauchen wir nicht jedes Jahr."

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Dietmar Beiersdorfer (Vorstandsvorsitzender Hamburger SV): "Es war alles möglich in diesem Spiel. Es ist klar, dass wir im Umbruch waren, schon im Sommer. Wir werden uns jetzt hinsetzen auch mit Bruno, unserem Coach. Ein ganz großes Lob und ein ganz großes Dankeschön an Bruno und seinen Stab."

Carl Edgar Jarchow (früherer Klubchef des HSV): "Ich habe es knapp überlebt. Im Grunde wird es jedes Jahr knapper, wenn man den heutigen Spielverlauf betrachtet. Jetzt hoffe ich, dass wir die Relegation im kommenden Jahr mal auslassen."

Ingo Wellenreuther (Präsident Karlsruher SC): "Ich weiß nicht, ob man Freistoß pfeifen muss, wenn jemand aus anderthalb Metern angeschossen wird."

Reinhold Yabo (Torschütze Karlsruher SC): "Wir sind am Boden zerstört. Es tut weh, es ist, als ob uns jemand das Herz rausgerissen hat, weil wir so nah dran waren. Wirklich so nah. Die Trauer ist groß."

Rafael van der Vaart (Kapitän Hamburger SV): "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es war ein unglaubliches Spiel, wir haben es geschafft. Ich bin so glücklich, dass ich keine Worte dafür habe."

Pierre-Michel Lasogga (Hamburger SV): "Wir waren nach 90 Minuten tot. Die Mannschaft hat über 90 Minuten Gas gegeben, hat gekämpft, die Mannschaft hat es verdient, in der Liga zu bleiben."

mit dpa
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