Selfies bei Staatsbank RBS Top-Banker macht Langeweile öffentlich - und muss gehen

"Not a fan of board meetings": Noch-RBS-Banker Rory Cullinan wird diese Last bald erspart. Nachdem der hochbezahlte Banker eine Reihe Selbstbilder aus Meetings an seine Tochter verschickt hatte, wünscht er der RBS nun "fortgesetzten Erfolg"

"Not a fan of board meetings": Noch-RBS-Banker Rory Cullinan wird diese Last bald erspart. Nachdem der hochbezahlte Banker eine Reihe Selbstbilder aus Meetings an seine Tochter verschickt hatte, wünscht er der RBS nun "fortgesetzten Erfolg"

Foto: Instagram / Rory Cullinan

Langeweile im Bankgeschäft, so heißt es seit der Finanzkrise immer wieder, ist ein gutes Zeichen. Wenn langweilige Einlagen auf langweiligen Sparbüchern als langweilige Kredite an langweilige Unternehmen ausgereicht werden, deren langweilige Zinserträge langweilige Gehälter für langweilige Buchhalter finanzieren, dann passiert zumindest nicht das Gegenteil:

Aufregende Deals von aufregenden Rainmakern, die mit ihren aufregenden Boni aufregende Parties feiern, an deren Ende aber vor allem Finanzzentren, Staatshaushalte und ganze Volkswirtschaften in Aufregung geraten.

Dass Rory Cullinan seinen Job langweilig findet, sorgt jetzt aber doch für Aufregung.

Foto: Instagram / Rory Cullinan

"Langweilige Sitzung", "kein Fan von Vorstandssitzungen", "schon wieder so eine Scheißsitzung" - mit solchen Kommentaren schickte der Banker Selbstbilder mit Schlips, modischer Brille und traurigem Gesichtsausdruck per Snapchat an seine 18-jährige Tochter. Die veröffentlichte die Selfies des "unangefochtenen Königs von Snapchat" daraufhin für alle sichtbar auf Instagram - unter dem Beifall ("Ich hab noch viel mehr") einer Freundin, deren Vater Stephen Hester jahrelang an der Spitze von Cullinans Arbeitgeber stand:

Der Royal Bank of Scotland , die sich des größten Fehlbetrags in der britischen Wirtschaftsgeschichte (sieben Verlustjahre in Folge) und der teuersten direkten Staatshilfe für eine Bank weltweit rühmen kann, nachdem sie kurz zuvor mit der niederländischen ABN Amro die teuerste Bankenübernahme der Geschichte eingestielt hatte. Der Staat ist immer noch widerwillig Mehrheitseigner der RBS, die sich mühsam und mit dem Abbau zehntausender Stellen saniert.

Cullinan wünscht den Kollegen "fortgesetzten Erfolg"

Cullinan ist zwar kein Vorstandsmitglied, aber als einer der bestbezahlten RBS-Banker besonders exponiert.

Erst Anfang März ernannte der Konzern den bisherigen Leiter der internen Bad Bank zum Chef der Investmentbankingsparte, die derzeit weitgehend abgewickelt wird, und spendierte ihm dafür zusätzlich zwei Millionen Pfund.

Doch nun teilt die RBS mit , Cullinan werde das Haus bereits zum Monatsende wieder verlassen. Einen Grund nennt sie nicht, lobt den gelangweilten Banker aber für seinen sechsjährigen Beitrag zum "Wiederaufbau" des Instituts, namentlich für den Verkauf der 2014 an die Börse gebrachten US-Tochter Citizens. Der "Guardian" spekuliert  zwar über Streit mit Bankchef Ross McEwan um die strategische Ausrichtung, doch zumindest gibt es einen zeitlichen Zusammenhang zu den vom Massenblatt "Sun" im März aufgedeckten  Instagram-Selfies.

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Foto: Corbis

Cullinan selbst äußert sich laut Konzernmitteilung stolz, die Bank auf einen "sichereren und solideren Kurs" gebracht zu haben. Und er wünscht all seinen Kollegen "fortgesetzten Erfolg".

Er hätte auch sagen können: Viel Spaß.

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