Schweizer Bankchef Dougan tritt zurück Prudential-Chef Thiam wird Credit Suisse führen

Von mm-newsdesk
Neuer Job in Zürich: Ex-McKinsey-Berater Thiam war Planungsminister in der Elfenbeinküste, bevor er 2009 die Führung des Versicherungskonzerns Prudential übernahm

Neuer Job in Zürich: Ex-McKinsey-Berater Thiam war Planungsminister in der Elfenbeinküste, bevor er 2009 die Führung des Versicherungskonzerns Prudential übernahm

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Führungswechsel bei Credit Suisse : Der Chef der Schweizer Großbank Brady Dougan tritt zurück. Nachfolger wird im Juni dieses Jahres der Chef des britischen Versicherers Prudential, Tidjane Thiam, wie Credit Suisse  am Dienstag mitteilte und damit einen Bericht der der "Financial Times" bestätigte. Die Aktie legte daraufhin am Dienstagvormittag um 7,37 Prozent auf 24,91 Schweizer Franken zu.

Einen Grund für den Rücktritt des 1959 geborenen Amerikaners nannte Credit Suisse nicht. "Ich danke Brady Dougan für seinen außergewöhnlichen Einsatz und außerordentlichen Leistungen in mehr als 25 Jahren für die Bank", erklärte Verwaltungsratspräsident Urs Rohner.

Dougan gehört wie Jamie Dimon von JPMorgan  und Lloyd Blankfein von Goldman Sachs  zu den wenigen Chefs von internationalen Großbanken, die nach der Finanzkrise im Amt geblieben sind. Der in den USA geborene Dougan ist seit 2007 auf dem Chefposten von Credit Suisse. Wie er das zweitgrößte Geldhaus der Schweiz durch die Turbulenzen nach der Lehman-Pleite lenkte, brachte ihm den Applaus von Investoren ein.

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Rücktrittsforderungen kamen allerdings im vergangenen Jahr auf, nachdem sich Credit Suisse im Steuerstreit mit den US-Behörden auf einen Vergleich geeinigt hatte. Die Bank zahlte die höchste Geldstrafe in der Schweizer Bankengeschichte und gab ein Schuldbekenntnis ab, sicherte sich dafür aber die wichtige Lizenz in New York. Außerdem gab es Kritik an Dougan, weil er anders als der heimische Rivale UBS  an seiner Strategie im Investmentbanking festhielt.

Thiam ist in der Elfenbeinküste geboren und wuchs in Frankreich auf. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit bei der Unternehmensberatung McKinsey amtierte er in der Elfenbeinküste als Minister für Planung und Entwicklung. 2009 übernahm er den Chefsessel bei Prudential. Thiam ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.

Thiam verabschiedet sich mit guten Zahlen bei Prudential

Bei Prudential wurde dem Sender Sky News zufolge bereits der Nachfolger für den scheidenden Konzernchef Thiam bestimmt. Der Verwaltungsrat habe sich für Mike Wells entschieden, den Chef der US-Tochter Jackson National Life Insurance.

Thiam verabschiedet sich mit erneut guten Zahlen vom britischen Versicherer. Im vergangenen Jahr stieg der operative Gewinn trotz der anhaltend niedrigen Zinsen, den Problemen in einigen Ländern Asiens und neuer Auflagen in Großbritannien um 8 Prozent auf 3,19 Milliarden Pfund (rund 4,43 Mrd Euro), wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte.

Da zudem die Sonderbelastungen geringer geworden sind, kletterte der Überschuss um 65 Prozent auf 2,22 Milliarden Pfund. Zudem lief das Neugeschäft weiter gut, so dass der Versicherer weiter auf gutem Weg zu seinen mittelfristigen Zielen ist.

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ts/rei/rtr/dpa
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