Privatbank Edmond de Rothschild Neuer Geschäftsführer ernannt, alter Geschäftszweig entsorgt

Von Arne Gottschalck
Thomas Gerhardt: Mann der Emerging Markets - und nun am Steuer der Bank

Thomas Gerhardt: Mann der Emerging Markets - und nun am Steuer der Bank

Foto: Martin Joppen

Kaum ist die Nachricht verhallt, dass Konstantin Mettenheimer nach nur zwei Jahren im Amt die Privatbank Edmond de Rothschild wieder verlässt, steht sein Nachfolger bereits fest - Thomas Gerhardt wird neuer CEO von Edmond de Rothschild Asset Management und damit auch das Deutschland-Geschäft des Finanzhauses leiten, verkündet das Unternehmen. Gerhardt arbeitet seit 2011 für die Bank, kennt also alle Untiefen und Fallwinde genau, wie sie nun einmal überall zu finden sind. Was in der Meldung indes fast ein wenig untergeht, ist die Tatsache, dass Edmond de Rothschild mit der Personalie ein ganzes Konzept zumindest in Deutschland weggewischt.

Denn Mettenheimer war Vorstand und Gesicht der Idee einer "privat merchant bank". Einer Bank, die gerade dem deutsche Mittelstand auf Augenhöhe begegnen und in allen Dingen beraten sollte. "Mit der Einstellung des 'Bitte kein unverdauliches Risiko' sind wir quasi wie der deutsche Mittelstand", sagte Mettenheimer vor einem halben Jahr gegenüber manager-magazin.de. "Wir denken langfristig, wollen bewahren und sanft ausbauen. Das gilt für das Vermögen, aber auch unternehmerische Pläne wie zum Beispiel einen Teil eines Unternehmens an die Börse zu bringen." Doch offenbar hat der deutsche Mittelstand diese Bemühungen nicht anerkannt, so dass die Bank das deutsche Experiment beendete, das Büro in Frankfurt schloss und damit auch dessen Gesicht, eben Mettenheimer, überflüssig machte. Betreut werden sollen die hiesigen Kunden nun von anderen europäischen Standorten aus, von Genf oder London.

Statt des begnadeten Netzwerkers Mettenheimer soll es nun Gerhardt richten, ein Fondsmanager, der vor allem in den Emerging Markets zuhause ist. Das war in seiner Zeit bei der DWS so, das ist seit 2011 bei Edmond de Rothschild Asset Management so. Ein Finanzmann also, der sich zumindest früher eher den Zahlen widmete denn dem Verkauf. Ein Finanzmann, der eben auch CEO des Asset Managements wird, nicht wie Mettenheimer Chairman.

Man sage also nicht, die Idee eines Unternehmens spiegele sich nicht in seinem Spitzenpersonal.

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