Donnerstag, 22. August 2019

Rinat Achmetows Stahlkonzern in Gefahr Oligarch Nr. 1 droht die Pleite

Mein Stahlwerk, mein Fußballclub, meine Armee: Wie die reichsten Ukrainer Krieg führen
DPA

Im alltäglichen Krieg der Ostukraine weiß Rinat Achmetow sein Geschäft schon ganz gut zu behaupten. Doch an der Finanzfront gegen westliche Geierfonds droht ihm die Niederlage.

Der reichste Mann der Ukraine, dessen Privatholding SCM rund 300.000 Menschen im Land beschäftigt, ließ im Mai eine Miliz von zehntausenden Arbeitern in der Hafenstadt Mariupol aufmarschieren und beendete so den Vormarsch der prorussischen Rebellen, die bereits Achmetows Heimatstadt Donezk beherrschen. Bald darauf konnten seine zwei dortigen Stahlwerke wieder die Hochöfen anfahren.

Aber an diesem Mittwoch könnte sich laut einem "Bloomberg"-Bericht entscheiden, ob das weitreichende Imperium des Oligarchen (Strom, Telekommunikation, Finanzen und vieles mehr) nicht doch noch entkernt wird.

Dann sollen nämlich die Gläubiger des Stahlkonzerns Metinvest über eine Umschuldung abstimmen, die eine Mehrheit von ihnen bereits zu Monatsbeginn gebilligt hatte. Da hatte Achmetows wichtigste Firma schon den Offenbarungseid geleistet: Die in diesem Jahr fälligen Anleihen konnten nicht rechtzeitig beglichen werden. Den meisten Geldgebern ist ein intakter Schuldner, der zumindest einen Teil zurückzahlen kann, lieber als das unrealistische Bestehen auf buchstabengetreuer Vertragserfüllung.

Doch mindestens zwei Fonds stellen sich laut "Bloomberg" dagegen. Der Bericht nennt Noster Capital aus London und Marathon Asset Management aus New York, die den Deal blockieren könnten, wenn sie auf der Gläubigerversammlung ein Viertel der Stimmen zusammenbekommen. Laut Metinvest würde das die Pleite bedeuten.

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