Aussage von Zentralbankchef Mexiko passt Geldpolitik an Trump-Tweets an

Mit seinen Twitter-Botschaften hält der US-Präsident die Wirtschaft in Atem. Mexikos Notenbankchef berichtet jetzt, wie ein Trump-Tweet den Verkauf von zwei Milliarden Dollar vermasselte - und wie er reagierte.
Mexikos Zentralbankchef Agustin Carstens

Mexikos Zentralbankchef Agustin Carstens

Foto: Carlos Jasso / Reuters

Die mexikanische Zentralbank hat ihre Geldpolitik wegen Twitter-Nachrichten von US-Präsident Donald Trump verändert. Das berichtete Zentralbankchef Agustin Carstens bei einer Anhörung vor dem mexikanischen Senat. Dabei ging es um Versuche der Notenbank, den Wechselkurs des Peso zu Jahresbeginn mit dem Verkauf von rund zwei Milliarden US-Dollar zu stabilisieren.

"Ich sage es mal so, auf platte Weise: Mit zwei Tweets von Wir-wissen-schon-wem war der Effekt verflogen", so Carstens in Anspielung auf Nachrichten von Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. "Genau zu diesem Zeitpunkt kamen wir darauf, dass wir von harter Währung lieber zu einem System von Sicherungsgeschäften übergehen sollten."

Carstens sagte nicht, um welche Tweets es sich handelte. Mexikos Währung war massiv unter Druck geraten, nachdem Trump Maßnahmen gegen mexikanische Importe ankündigte - darunter Importzölle von bis zu 35 Prozent. Anfang Januar drohte der Republikaner dann auf Twitter dem Autohersteller Toyota mit einer hohen Grenzsteuer, falls dieser in Mexiko ein neues Werk für den US-Markt bauen sollte:

Statt weiterhin in großem Stil ausländische Devisen zu verkaufen, stützt Mexiko den Peso mittlerweile über die Versteigerung von Währungsderivaten. Der Peso hat mittlerweile einen Großteil seiner Verluste wettgemacht.

Carstens sagte bei der Anhörung, die Währung sei immer noch unterbewertet und habe Potenzial für einen weiteren Anstieg.

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