Wachwechsel bei Merck Kley geht 2016, Oschmann übernimmt

Von mm-newsdesk
Der designierte Nachfolger des scheidenden Merck-Vorstands Karl-Ludwig Kley: Stefan Oschmann ist bislang Vertreter von Kley, ab April kommenden Jahres lenkt er das Unternehmen

Der designierte Nachfolger des scheidenden Merck-Vorstands Karl-Ludwig Kley: Stefan Oschmann ist bislang Vertreter von Kley, ab April kommenden Jahres lenkt er das Unternehmen

Foto: DPA

Der stellvertretende Vorstandschef von Merck, Stefan Oschmann, übernimmt im kommenden Jahr die Leitung des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns. Er löst mit Ende der Hauptversammlung am 29. April Merck-Chef Karl-Ludwig Kley ab, der nach dann acht Jahren an der Unternehmensspitze in den Ruhestand geht, wie Merck mitteilte.

Der 58-jährige Oschmann ist seit 2011 Mitglied der Geschäftsleitung und leitete zunächst das Pharmageschäft. Davor war er mehr als 20 Jahre für das US-Pharmaunternehmen MSD Merck Sharp & Dohme tätig. Seit Anfang dieses Jahres ist er stellvertretender Vorstandschef. Bevor Kley (64) zu Merck kam, war er acht Jahre Finanzchef bei der Lufthansa.

Unter Kley habe Merck "den größten Wandel in seiner fast 350-jährigen Geschichte vollzogen", sagte Johannes Baillou, Vorsitzender des Gesellschafterrats der E. Merck KG. Mit Oschmann sei ein Nachfolger gefunden, "der mit seiner strategischen Weitsicht und Entschlossenheit Merck wieder zu einem respektierten Spieler in der Pharmabranche gemacht hat." Die E. Merck KG bündelt die wirtschaftlichen Interessen der Familie Merck und ist mit einer Beteiligung von 70 Prozent Komplementär der Merck KGaA. Der Gesellschafterrat der E. Merck ist mit dem Aufsichtsrat einer AG vergleichbar.

Merck steht vor dem größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte. Die Darmstädter wollen für rund 17 Milliarden US-Dollar den Laborzulieferer Sigma-Aldrich übernehmen und warten noch auf die letzten Zustimmungen von Behörden. Mit einem Abschluss der Übernahme wird bis spätestens Ende November 2015 gerechnet. Mit Sigma-Aldrich wird Merck nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter in der weltweit 130 Milliarden Dollar schweren Life-Science-Industrie.

Merck rechnet für das Gesamtjahr 2015 unverändert mit einem um rund 10 Prozent gestiegenen Umsatz zwischen 12,3 bis 12,5 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll um maximal fünf Prozent auf bis zu 3,55 Milliarden Euro steigen.

got/dpa-afx/rtr