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Finanzinvestor Cerberus: Das ist die größte Macht im deutschen Bankensektor

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Cerberus-Bankenmanager Matt Zames Er wollte "eigene Eisenbahn" - und bekommt deutsche Banken

Christian Sewing hat den Job bekommen, den Matt Zames nicht wollte: als Chef der Deutschen Bank - und wird es jetzt doch mit Zames zu tun bekommen. Denn der 47-jährige Amerikaner, gerade zum "President" des Hedgefonds Cerberus berufen, soll dessen Beteiligungen in der Finanzindustrie überwachen - die haben sich in kurzer Zeit vor allem im deutschen Raum angehäuft:

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Finanzinvestor Cerberus: Das ist die größte Macht im deutschen Bankensektor

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Cerberus ist Großaktionär von Deutscher (Kurswerte anzeigen) und Commerzbank (Kurswerte anzeigen), Mehrheitseigner der HSH Nordbank, über die an die Börse gebrachte Wiener Bawag auch von süddeutschen Instituten - und bald könnte noch die NordLB hinzukommen. Ob und wie all diese Teile sich zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen lassen, ist eine offene Frage. Mit Zames hat der Hedgefonds einen Bankprofi angeheuert, dem eine strategische Antwort zuzutrauen ist, und der zudem noch eine gewaltige persönliche Ambition zum großen Wurf zu stillen hat.

"Mir wurde klar, dass dies eine Plattform ist, die bedeutend wachsen kann", zitiert das "Wall Street Journal" den Banker, der angeblich erst seit wenigen Wochen im Gespräch mit Cerberus war. Zuvor wurde er laut "Bloomberg" für den Topjob der Deutschen Bank angesprochen - und lehnte ab mit der Begründung, er wolle lieber in den USA bleiben. Allerdings wäre der Wall-Street-Banker dem Aufsichtsrat auch schwerer zu vermitteln gewesen als der westfälische Risikomanager Sewing.

Erstaunlich ist die jetzige eher zurückgesetzte Rolle angesichts seines Rufs als Superstar bei seinem früheren Arbeitgeber JPMorgan Chase  und seinem bekundeten Selbstbewusstsein.

Als Matt Zames die größte US-Bank nach 13 Jahren Karriere und fünf Jahren als Chief Operating Officer im vergangenen Juni verließ, wurde das dem Umstand zugeschrieben, dass seine Aussichten schwanden, den Überbanker Jamie Dimon eines Tages abzulösen.

"Ich will wieder die Eisenbahn betreiben", sagte Zames der "New York Times". "Ich will meine Eisenbahn betreiben, mein Unternehmen führen." Er habe genug davon, immer nur für andere Geschäftsrisiken zu managen. Dimon war weiterhin voll des Lobs über die "außergewöhnlichen Leistungen" des "Weltklassebankers", den er leider ziehen lassen müsse. Allein seine Zusage, bis Februar 2018 für keinen Konkurrenten zu arbeiten, war den New Yorkern zehn Millionen Dollar wert.

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Zames war jahrelang immer wieder als Kronprinz für Dimon gehandelt worden, den er in manchen Jahren sogar mit seinem Multi-Millionen-Gehalt übertraf. Zuletzt machte er sich vor allem einen Namen als oberster Digitalisierer, indem er mehr als zehn Milliarden Dollar pro Jahr in Cloud-Dienste, Automatisierung und Big Data investierte. Eine Schlüsselrolle spielte er auch als Chef des wichtigen Beirats für Schuldenmanagement im Washingtoner Finanzministerium.

In den Vorjahren hatte Zames immer wieder große Probleme beiseite geräumt. Seinen Aufstieg zum Vorstand besiegelte er 2012, als er auf dem Posten des Chief Investment Officer die damaligen Fehlspekulationen des "London Whale" auf Firmenkreditderivate mit sechs Milliarden Dollar Schaden abwickelte. In der Finanzkrise hatte Zames die Notübernahme der kollabierten Investmentbank Bear Stearns angeführt und anschließend in deren ehemaliger Zentrale die Handelsabteilung für Anleihen geleitet.

Aktenkundig wurde Zames als früher Warner vor dem Betrugssystem Bernie Madoffs, das er als mögliches Pyramidenspiel erkannte - allerdings nur intern; seine damaligen Vorgesetzten in Madoffs Hausbank JPMorgan entschieden, die Sache unter Verschluss zu halten.

Schon bevor er 2004 zu JPMorgan stieß, hatte Matt Zames Führungsrollen an der Wall Street, im Management von Credit Suisse und deren Zinshandel, zuvor im Eigenhandel von Morgan Stanley. Seine Karriere begann der Absolvent der Managementschule Sloan an der Eliteuni MIT bei dem Hedgefonds LTCM, der dann jedoch durch den Kollaps seiner Spekulation auf Zinsderivate 1998 bekannt wurde und auch den Ruf kurz zuvor mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichneter Sloan-Professoren ruinierte.

Trotz seiner relativen Jugend war er also mit frühen Warnzeichen vor der Finanzkrise vertraut - und mit der Welt der Hedgefonds. Der Gründer des Vermögensverwalters Citadel beispielsweise, Ken Griffin, hält große Stücke auf seinen Studienfreund.

Alles in diesem Lebenslauf hätte dazu gepasst, die Deutsche Bank als Vorstandschef doch noch zu einer großen globalen Investmentbank aufzurichten. Aber vielleicht fand Matt Zames auch, dass er in der Position des Großaktionär mehr bewegen - und mehr verdienen - könnte.

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