Dienstag, 28. Januar 2020

Topmanager bei weltgrößtem Vermögensverwalter geschasst CEO-Anwärter bei Blackrock stürzt über Büro-Beziehung

Musste bei Blackrock gehen: Mark Wiseman, Aktienchef weltweit.

Wieder wird einem hochrangigen Manager sein Liebesleben im Job zum Verhängnis. Schauplatz diesmal: der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock, Großaktionär unter anderem sämtlicher hiesiger Dax-Unternehmen.

Bei Blackrock muss Mark Wiseman, Chef des weltweiten, aktiven Aktienmanagements, seinen Hut nehmen, weil er gegen die hausinternen Regeln für Beziehungen am Arbeitsplatz verstoßen habe, wie unter anderem die "Financial Times" berichtet. Wiseman galt dem Bericht zufolge als möglicher Nachfolger von Blackrock-Chef Larry Fink an der Spitze des Unternehmens.


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"Unsere Kultur war immer unsere größte Stärke bei Blackrock", zitiert die "FT" aus einem internen Memo des Unternehmens, das von Blackrock-Chef Fink sowie von Präsident Rob Kapito unterzeichnet sei. Es sei zutiefst enttäuschend, dass zwei hochrangige Manager innerhalb eines Jahres wegen persönlichen Fehlverhaltens gehen mussten. "So ist Blackrock nicht", heißt es demnach in dem Memo weiter. "Es ist nicht unsere Kultur."

Zuvor hatte im laufenden Jahr bereits Jeff Smith, Personalchef bei Blackrock, das Unternehmen verlassen müssen. Smith hatte bei dem Investmenthaus etwa zehn Jahre seines Berufslebens verbracht.

Mit einem verwalteten Vermögen von beinahe sieben Billionen Dollar ist Blackrock der größte Vermögensverwalter der Welt. Über seine Fonds zählt das Unternehmen zu den größten Aktionären zahlreicher Großkonzerne auch in Deutschland, darunter sämtliche Dax-Firmen. Bei den Pharmariesen Bayer Börsen-Chart zeigen, und Merck Börsen-Chart zeigen, dem Chemiekonzern BASF Börsen-Chart zeigen sowie der Allianz-Versicherungsgruppe Börsen-Chart zeigen waren die Amerikaner zuletzt sogar größter Einzelaktionär.

Die "FT" zitiert zudem aus einem internen Memo von Mark Wiseman. Er verlasse Blackrock, weil er in den vergangenen Monaten "eine einvernehmliche Beziehung mit einem Kollegen/einer Kollegin" ("one of our colleagues") gehabt habe, ohne das Unternehmen davon den Statuten entsprechend zu informieren, so der geschasste Manager. "Ich bedauere meinen Fehler und akzeptiere, dafür die Verantwortung zu übernehmen."

Erst Anfang November hatte der Fall des McDonald's-Chefs Steve Easterbrook für Schlagzeilen gesorgt. Auch er musste wegen einer Beziehung innerhalb des Unternehmens seinen Posten räumen.

cr

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