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Zum Tode Leonard Cohens: "Hallelujah"

Foto: © Valentin Flauraud / Reuters/ REUTERS

Legendärer Sänger und Songwriter Leonard Cohen ist tot

Sänger, Komponist, Lyriker - und Meister der Melancholie: Leonard Cohen war einer der ganz Großen, "Hallelujah" und "Suzanne" machten ihn weltberühmt. Nun ist der Kanadier im Alter von 82 Jahren gestorben.

"Mit großer Trauer teilen wir mit, dass der legendäre Dichter, Songwriter und Künstler Leonard Cohen gestorben ist": So lautet der aktuellste Eintrag  auf der offiziellen Facebook-Seite des kanadischen Künstlers. "Wir haben einen der verehrtesten und produktivsten Visionäre in der Musik verloren." Cohens Plattenfirma bestätigte den Todesfall.

Der 82-jährige Cohen hatte zuletzt in Los Angeles gelebt, in der Nähe seiner beiden Kinder. Weltberühmt wurde er mit Songs wie "Hallelujah" und "Suzanne", er gilt als einer der herausragenden Songwriter aller Zeiten.

Kollegen und Fans auf der ganzen Welt trauern um den kanadischen Meister der Melancholie. "Noch eine magische Stimme verstummt", schrieb Schauspielerin Bette Midler via Twitter  - in diesem Jahr sind bereits die Musiklegenden Prince und David Bowie gestorben. "Heute haben wir einen unserer größten Botschafter und Ikonen verloren", schrieb der Bürgermeister  von Cohens Geburtsstadt Montreal, Denis Coderre. Die Fahnen in Montreal würden auf Halbmast gesetzt.

Leonard Cohen (1976)

Leonard Cohen (1976)

Foto: Istvan Bajzat/ dpa

Geboren wurde Cohen am 21. September 1934. Schon als Kind lernte er Gitarre spielen und hatte bald Auftritte in Cafés und Clubs, aber die Musik sollte für ihn lange Zeit Nebensache bleiben. Cohen wollte schreiben, Gedichte und später auch Romane. In den frühen Sechzigerjahren zog er sich dafür zeitweise völlig auf die griechische Insel Hydra zurück. Viele seiner Veröffentlichungen wurden von Kritikern gefeiert. 2011 bekam er den spanischen Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur.

Im Zuge des aufblühende Singer/Songwriter-Genres rieten ihm Freude dazu, seine oft düsteren Texte zu vertonen. Im Dezember 1967 veröffentlichte Cohen dann sein erstes Album, "Songs of Leonard Cohen". Auf seinen ersten Hit in den Billboard Charts musste er allerdings bis 1988 warten, da erschien das Album "I'm Your Man".

Seinen vielleicht wirkungsvollsten Song hatte Cohen bereits 1985 abgeliefert: "Hallelujah" vom Album "Various Positions" wurde zur inoffiziellen Cohen-Hymne weltweit. Ein rekordverdächtig oft gecovertes Meisterwerk und betörend in seiner schlichten Würde. Cohens spirituell-melancholische Songs handeln von verlorener Liebe und Leid, von Todessehnsucht und Gottessuche.

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Im Alter war Cohen noch einmal so richtig zurückgekehrt, nachdem er zwischenzeitlich gegen Depressionen gekämpft hatte und sich jahrelang in ein Zen-Kloster zurückgezogen hatte.

"Wenn ich von Depressionen spreche, spreche ich von klinischen Depressionen, die der Hintergrund meines ganzen Lebens sind, ein Hintergrund voller Angst und Beklemmung, einem Gefühl, dass nichts richtig läuft, dass Zufriedenheit nicht möglich ist und alle Strategien in sich zusammenfallen", sagte er einmal dem "Guardian". "Ich bin froh, sagen zu können, dass diese Depression sich langsam aufgelöst hat und nie wieder mit derselben Kraft in mein Leben zurückgekommen ist."

Das letzte große Interview gab Cohen dem Magazin "The New Yorker ". "Ich bin bereit zu sterben", hatte er dabei unter anderem gesagt. Doch ganz so lebensmüde wollte Cohen dann doch nicht verstanden werden. "Das war übertrieben", sagte er wenig später in Los Angeles bei einer Listening-Session seines neuen Albums: Im Oktober 2016 erschien "You Want It Darker" (hier lesen Sie eine ausführliche Kritik ).

Er beabsichtige, ewig zu leben, sagte Cohen. 120 wolle er werden, mindestens.

 aar/dpa/Reuters
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