Erfolgreich wie die Basketball-Ikone So erreichen Sie Ihre Ziele auf die Kobe-Bryant-Art

60 Punkte im letzten Spiel: Standesgemäßer Abgang von Kobe Bryant

60 Punkte im letzten Spiel: Standesgemäßer Abgang von Kobe Bryant

Foto: Harry How/ AFP

"Kobe hat die Arbeit gemacht, er verdient den Vergleich." So klingt das größte Lob, das der Basketball erlaubt; schließlich stammt es von seinem größten Sportler aller Zeiten. Kobe Bryant, findet Michael Jordan, dürfe mit ihm verglichen werden.

Bryant, Ikone der Los Angeles Lakers, hat gestern Abend sein letztes Spiel in Gelb und Lila bestritten. Standesgemäß hat er es mit einem Rekord beendet: Keinem Spieler sind in der aktuellen Saison mehr Punkte in einem Spiel gelungen als der "Mamba" von Los Angeles. Man mag seinen Teamkameraden und den Verteidigern der Utah Jazz unterstellen, dass sie Bryant einen würdigen Abschied bereiten wollten; allerdings dürfte auch die in Basketballkreisen legendäre Arbeitsmoral des heute 37-Jährigen zu einem allerletzten großen Aufbäumen nach einer verkorksten Saison beigetragen haben.

"Kobe trainiert immer, als wäre es Spiel 7", hat Jason Kidd, wie Bryant einstiger NBA-Meister, über ihn gesagt - in Anlehnung an das entscheidende Spiel der in der NBA-Meisterschaftsrunde üblichen Best-of-Seven-Serie. "Er möchte beweisen, dass er der beste Spieler der Welt ist, in jedem einzelnen Training."

Eine ganze Reihe Faktoren dürfte zu Bryants illustren Erfolgen beigetragen haben - am Ende seiner Karriere haben wir vier identifiziert und illustrieren sie anhand von Anekdoten aus seinem Basketballleben. What would Kobe do?

Selbstvertrauen - schon mit 17

Selbstvertrauen: Bryant war schon mit 17 von seinen Qualitäten überzeugt

Selbstvertrauen: Bryant war schon mit 17 von seinen Qualitäten überzeugt

Foto: SUSAN STERNER/ AP

"Ich, Kobe Bryant, ... habe mich entschieden, auf's College zu verzichten und meine Talente in die NBA zu tragen." Mit diesen Worten, so schreibt es die NBA selbst , habe die Karriere eines "frühreifen 17-jährigen Phänomens aus den Vororten Philadelphias" begonnen. Zwar habe Bryant fünf Meisterschaften mit den Los Angeles Lakers gewonnen, die drittmeisten Punkte der Liga-Geschichte erworfen und es 18-mal ins All-Star-Team geschafft: Die Erfolge selbst seien allerdings weniger bemerkenswert als die Art und Weise, wie sie errungen worden seien.

Knapp 20 Jahre später sagt Bryant über sich selbst : "Mein Gehirn kann Versagen nicht verarbeiten. Es wird Versagen nicht verarbeiten." Wenn man sich selbst sagen müsse, dass man ein Versager sei, "ich glaube, das ist fast schlimmer als der Tod." Typisch amerikanisches Pathos - aber gleichzeitig Sinnbild für Bryants ganze Karriere: ...

Ein Fokus ohne Aus-Knopf

Fokus: Wenn das Team frühstückte, hatte Bryant schon ein mehrstündiges Training hinter sich

Fokus: Wenn das Team frühstückte, hatte Bryant schon ein mehrstündiges Training hinter sich

Foto: Sean M. Haffey/ AFP

Fragt man ehemalige Spieler-Kollegen nach Anekdoten über Kobe Bryant, lauten die Antworten meist ähnlich wie die von Chris Bosh , der 2008 gemeinsam mit Bryant bei den Olympischen Spielen antrat: "Wir sind in Las Vegas und wir alle kommen zum Team-Frühstück, am Anfang des ganzen Trainingslagers. Und Kobe kommt rein mit Eis auf seinen Knien und seinen Sportschuhen und alles. Seine Trainingsklamotten sind schweißgetränkt. Und ich sage: Es ist acht Uhr morgens, Mann! Wo zum Teufel kommt er her?"

Schon in der High School soll Bryant noch vor sechs Uhr morgens trainiert haben. Selbst als Superstar sei er üblicherweise der Erste im Training oder dem Kraftraum gewesen: "Sein Hunger danach, der Beste zu sein, ist unerreicht", zitiert nba.com  einen ehemaligen Lakers-Scout. Bryant selbst sagt, wer einmal festgelegt habe, dass er einer der Besten aller Zeiten werden wolle, für den müsse das Spiel das Allerwichtigste sein.

Ein solch hohes Maß an Disziplin verlangt laut Bryant selbst allerdings auch...

Opferbereitschaft: Keine Zeit für "family time"

Opferbereitschaft: Wer der Beste sein will, muss laut Bryant Abstriche machen, etwa in der Familie

Opferbereitschaft: Wer der Beste sein will, muss laut Bryant Abstriche machen, etwa in der Familie

Foto: KEVIN KOLCZYNSKI/ REUTERS

"Es gibt eine Wahl, die wir als Menschen treffen müssen", hat Kobe Bryant im vergangenen Jahr in einer Dokumentation  verraten: "Wir alle können Meister unseres Handwerks sein, aber dafür müssen wir eine Wahl treffen." Um der Beste zu sein, müsse man Opfer bringen: "Zeit mit der Familie, mit Freunden rumhängen, ein guter Freund sein, ein guter Sohn, Neffe, was auch immer sein - es gibt Opfer, die mit so einer Entscheidung einhergehen."

Der Umgang mit Rückschlägen: Dann halt mit links

Rückschläge: War das Gelenk seiner Wurfhand gebrochen, trainierte Bryant eben mit links

Rückschläge: War das Gelenk seiner Wurfhand gebrochen, trainierte Bryant eben mit links

Foto: Harry How/ AFP

Eine der bekanntesten Erzählungen über Kobe Bryants Arbeitsmoral stammt von Ex-Laker John Celestand: "Zum ersten Mal habe ich erkannt, dass er der Beste war", schreibt Celestand 2005 in seinem eigenen Blog , "als er sich das Handgelenk seiner Wurfhand gebrochen hatte." Heimlich habe er sich gefreut, endlich mal der Erste in der Trainingshalle zu sein, gibt schamhaft Celestand zu; doch als er durch den Trainingsraum gegangen sei, habe er einen Ball aufspringen hören: "Nein, nein, das konnte nicht sein! Doch, es konnte. Kobe war schon wieder komplett durchgeschwitzt, der rechte Arm in Gips, und dribbelte und warf mit dem linken."

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