Freitag, 29. Mai 2020

Ex-Finanzchef der Deutschen Bank wird Rocket-Aufseher Großinvestor Kinnevik räumt Rocket-Aufsichtsrat

Stefan Krause: Der frühere Deutsche Bank Finanzvorstand berät künftig Rocket Internet

Nach diversen Meinungsverschiedenheiten treiben Rocket Internet und sein Großinvestor und langjähriger Finanzier Kinnevik weiter auseinander. Nun kündigte Rocket den Rückzug der beiden Kinnevik-Vertreter aus dem Rocket-Aufsichtsrat an. Zum 9. Juni sollen Kinnevik-CEO Lorenzo Grabau and Erik Mitteregger das Aufsichtsgremium der Berliner Startup-Schmiede verlassen, teilte Rocket am Montag mit.

Ihre Posten sollen der frühere Deutsche-Bank-Finanzvorstand Stefan Krause und der frühere AFP-Chef Pierre Louette übernehmen. Krause, der sich zuletzt um die geplante Abtrennung der Postbank gekümmert hatte, war im Zuge des letzten Vorstandsumbaus bei der Deutschen Bank ausgeschieden. Vor seiner Karriere bei dem Geldinstitut war er bei BMW Finanzvorstand. Louette ist für den France-Télécom-Nachfolger Orange tätig.

Die Neuordnung des Rocket-Aufsichtsrates kommt nicht völlig überraschend. Schließlich hatte es in der Vergangenheit bereits mehrfach Differenzen zwischen Kinnevik und Rocket gegeben. So hatte Kinnevik unter anderem dem von Oliver Samwer avisierten Börsengang des Lebensmittellieferdienstes Hellofresh blockiert. Eine Darstellung, die die Samwer Brüder allerdings dementierten.

In der vergangenen Woche stellte Kinnevik Rocket dann erneut mit einermassiven Abwertung seines Investments bloß.

Kinnevik begründete den Rückzug aus dem Kontrollgremium mit drohenden Interessenskonflikten. Da beide Unternehmen bei diversen Investitionen mittlerweile ihren eigenen Weg gingen, wolle man widerstreitende Interessen im Aufsichtsrat vermeiden, erklärte eine Kinnevik-Sprecherin auf Anfrage von manager-magazin.de. Weitere Ankündigungen machte sie zunächst nicht.

Auch Oliver Samwer ist neue Ankündigungen und Details bezüglich eines von ihm angestrebten Börsengangs bislang schuldig geblieben.

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