Dressed to kill - so klappt es mit der Karriere (Fast) Alles eine Frage des Stils

Von Arne Gottschalck

Kleider machen Leute, heißt es. Zu Recht. Denn Kleidung sendet subtile Signale. Nach oben in die Chefetage, aber auch nach unten, zu den Untergebenen. Höchste Zeit, sich also - nicht ganz bierernste - Gedanken über den schönen Schein zu machen. Der Frage, ob Kleider Karrieren machen. Ein bisschen, dürfte die Antwort lauten. Aber sehen Sie selbst.

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Foto: Thies Rätzke für manager magazin

Dreiteilig, zweiteilig - oder … ?

Hand aufs Herz - der Anzug gehört nun einmal in den Etagen der Entscheider dazu. Grau, Anthrazit oder blau, viel mehr Auswahl hat der Mann von Welt nicht.

Was noch? Die Entscheidung zwischen einreihig oder zweireihig. Möchtegern-Guardiola gegen Immobilienmakler, ließe sich böswillig schreiben. Weste? Ein Muss, vielleicht für Notare?

Immerhin - Studien belegen, dass Männer in Anzügen die klügsten Entscheidungen treffen. Ob ein Mann in Anzug diese Studie erstellt hat, soll an dieser Stelle dahin gestellt bleiben. Aber ein schönes Kaufargument ist es alle Mal.

Lackschuh oder Barfuß

Nur für den Papst:: Für Otto-Normal-Angestellte sind rote Schuhe sind eher nicht zu empfehlen.

Nur für den Papst:: Für Otto-Normal-Angestellte sind rote Schuhe sind eher nicht zu empfehlen.

Foto: AFP

Ein guter Schuh macht sich immer bezahlt - denn nichts treibt den Stil-Päpsten der Welt mehr Falten auf die Stirn als die Kombination eines guten Anzugs mit Billigschuhwerk. Und was ist ein guter Schuh?

Rahmengenäht, nicken die Auguren der angemessenen Kleidung. Das ist zwar etwas teurer, dafür in Sachen Design in aller Regel klassisch gehalten. Und damit besteht nicht die Notwendigkeit eines Updates wegen eines möglichen 80er-Looks. Natürlich nur rein theoretisch.

Schlicht geht also immer. Wenig Verzierungen - und natürlich "no brown in town". 4000 Euro muss allerdings auch das neue Paar Schuhe nicht kosten. Kann es aber ohne Probleme.

Die Halsfrage

Krawatte auch beim Bügeln? Eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Krawatte auch beim Bügeln? Eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Foto: Imago

Ein prägendes Ereignis - die Konfirmation des heranwachsenden Knaben. Dort dürfe er in aller Regel zum ersten Mal mit der Krawatte in Kontakt kommen, die ihn mit strengem Griff um den Hals die ersten Härten des künftigen Erwachsenendaseins erahnen lässt. Auch heute ist die Krawatte im Auftritt von Führungskräften nicht wegzudenken. Ausnahmen bestätigen wie so oft die Regel. Verpönt zum Beispiel ist die Krawatte in den kreativen Branchen - was auch immer das heißen mag.

Hemden-Statistik

Dax-Chefs indes dürfte man nur selten ohne diesen Zierrat treffen. Und ein Gutes hat sie ja: "Ein sportlicher Mann beispielsweise kann seine Körperhaltung komplett verändern, sobald er die Krawatte erleichtert ablegen darf", erklärt Stil-Beraterin Katharina Starlay. "Der Effekt funktioniert aber auch umgekehrt: Mit formeller Kleidung und korrekt gebundenem Knoten wird auch die Haltung förmlicher, die Stimme gesetzter, die Worte gewählter." Wenn das nichts ist! Für alle Fälle an dieser Stelle - so finden Sie den richtigen Binder.

So nicht: Schauspieler Tom Selleck als Thomas Magnum pflegte einen eher nonchalanten Kleidungsstil. Im beruflichen Umfeld nur tauglich für Privatdetektive auf Hawaii.

So nicht: Schauspieler Tom Selleck als Thomas Magnum pflegte einen eher nonchalanten Kleidungsstil. Im beruflichen Umfeld nur tauglich für Privatdetektive auf Hawaii.

Foto: obs

Ein bisschen Statistik vorab - Im Schnitt besitzt der deutsche Mann genau 17,1 Hemden. 9,9 davon sind Freizeithemden, 7,2 Businessmodelle, vermeldete manager magazin online jüngst.

7,2 Hemden bei fünf Arbeitstagen - passt doch, könnte man meinen. Wohlwollend voraussetzend, dass jener Mann jeden Tag ein frisches Hemd trägt. Aber finden sich unter diesen 7,2 Hemden auch "büro-taugliche Hemden? Kurzärmelig geht nicht, so das klare Verdikt. Verschlissen ebenso wenig. Und Slim-Fit ohne dazugehörige Figur sollte man alternden Gigolos überlassen.

Die Frage nach dem Kragen, Kent oder Haifisch, ist dagegen eher etwas für den Kenner. Und dürfte nicht darüber entscheiden, wer der nächste Abteilungsleiter wird.

Und die heikle Frage nach der Uhr

Edles am Arm: Im Bild eine Audemars Piguet.

Edles am Arm: Im Bild eine Audemars Piguet.

Foto: REUTERS

Man trägt sie nun einmal, die Armbanduhr. Nötig ist sie möglicherweise nicht mehr, seit Smartphones die Uhrzeit präzise anzeigen und sogar zum Meeting klingeln. Aber die Uhr ist neben dem Ehering nun einmal das einzige Schmuckstück, das Männer guten Gewissens tragen können - zumindest in seriösen Branchen.

Was lässt sich zur Uhr sagen? Bitte kein Protz - schwere Taucheruhren zum dunklen Anzug wirken eben nur dick aufgetragen. Etwas dezenter im Auftritt ist nie verkehrt. Denn Sie wollen doch nicht, dass Ihr Personalchef denkt, er würde Sie zu gut bezahlen.


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