Gegen den Trend Infineon-Vorstand wächst von drei auf vier Personen

Neu in der Vorstandsriege von Infineon: Jochen Hanebeck

Neu in der Vorstandsriege von Infineon: Jochen Hanebeck

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Trend zur Schrumpfkur: Vorstandsriegen verkleinert

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Der Halbleiterkonzern Infineon  erweitert seinen Vorstand und verliert zugleich seinen Kronprinzen. Vertriebsvorstand und Strategiechef Arunjai Mittal werde zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September aus familiären Gründen seinen Posten räumen, teilten die Neubiberger am Mittwoch mit. Seine Ressorts übernimmt bereits zum 1. Juli Helmut Gassel, bisher Chef der Industriechipsparte.

Der gebürtige Inder Mittal rückte 2012 in den Vorstand auf und ist ein Urgestein des Unternehmens. Sein komplettes Berufsleben seit 1992 verbrachte der 44-Jährige bei Infineon und dem früheren Mutterkonzern Siemens. Er fädelte maßgeblich die Milliardenübernahme des US-Konkurrenten International Rectifier vor zwei Jahren ein. Finanzvorstand bleibt Dominik Asam, Vorstandschef Reinhard Ploss ist bis 2020 berufen.

Zudem berief der Aufsichtsrat Jochen Hanebeck zum neuen Produktionsvorstand. Der 48-Jährige stand bisher an der Spitze der Autochip-Sparte.

Warum die Aufstockung? Bei Infineon selbst kommentiert man das so: "Seit Anfang des Jahrzehnts hat sich der Umsatz von Infineon nahezu verdoppelt", sagt Wolfgang Mayrhuber, Aufsichtsratvorsitzender von Infineon. "Auch für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir eine zweistellige Wachstumsrate. Aufgrund der Wachstumsstrategie haben die Anforderungen an den Vorstand ebenfalls massiv zugenommen. Infineon ist stark, breit aufgestellt und global aktiv. Damit die erfolgreiche Arbeit angesichts der gewachsenen Komplexität mit gleicher Dynamik fortgeführt werden kann, erweitern wir nun den Vorstand. Diesen Schritt hat der Aufsichtsrat bereits seit längerem erwogen. (...)." Nun hat er gehandelt - offenbar gegen den Trend.

got/rtr

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