Neuer Chef für Kartendienst Here - der zweite Versuch

Here: Der Kartendienstleister hat mit dem Niederländer Edzard Overbeek nun einen neuen Chef

Here: Der Kartendienstleister hat mit dem Niederländer Edzard Overbeek nun einen neuen Chef

Foto: Here

Es ist wohl als Zeichen der Emanzipation gedacht: Der Kartendienstbetreiber Here bekommt einen neuen Chef. Nach dem Abgang des noch aus Nokia-Zeiten stammenden Sean Fernback haben die neuen Eigner Daimler  , Audi und BMW  nun einen neuen Chef bestellt: Den Niederländer Edzard Overbeek. Er soll seinen Job bereits zum 1. März antreten. Der 48-Jährige war zuletzt als strategischer Berater für den US-Netzwerkspezialisten Cisco  tätig.

Der kurzfristige Dienstantritt dürfte für ihn allerdings kein Problem sein. Hatte Overbeek, einst Senior Vice President bei Cisco, doch seinen Job bei Cisco im Zuge einer Management-Neuordnung im Juni verloren.

Der Niederländer, einer von mehreren Kandidaten auf den CEO-Posten, hatte damals gegen Cisco-CEO Chuck Robbins den Kürzeren gezogen. Der Beratervertrag, den er beim Ausscheiden aus der dann verkleinerten Managementriege erhielt, lief noch bis Juni.

Als neuer CEO von Here kann Overbeek gleich durchstarten und einen Ersatz für Here-Vorstand Ogi Redzic suchen. Der für vernetztes Fahren zuständige Informatiker hatte Here Anfang Januar verlassen und kurz darauf bei Renault-Nissan angeheuert.

Daimler, Audi und BMW auf Partnersuche

Wirklich überraschend kommen die Wechsel in der Chefetage von Here nicht. Hatte doch der scheidende Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber bereits zu Jahresbeginn durchscheinen lassen, dass nach der Übernahme Top-Personal ausgetauscht werden dürfte.

Nun soll Cloud-Experte Overbeek den Kartendienstleister voranbringen, den die deutschen Premiumhersteller im vergangenen Jahr von Nokia  für 2,8 Milliarden Euro übernommen hatten.

Die Kartendienste des Marktführers vor dem niederländischen Konkurrenten TomTom sind eine Schlüsseltechnologie für Navigation und autonomes Fahren. Das Trio hatte sich zu der ungewöhnlichen Allianz entschlossen, um zu verhindern, dass Nokia seine Tochter an den Internetkonzern Google verkauft und dieser dann den Markt beherrscht. Here beschäftigt weltweit 6.500 Mitarbeiter und hat seinen Hauptsitz in Berlin.

Ziel der Autohersteller ist aber, die eigenen Anteile am Here herunterzufahren und weitere Unternehmen bei dem kostenintensiven Unterfangen mit ins Boot zu holen. Langsfristtig, so Daimler-Manager Weber, sei das Ziel der drei Autobauer, ihren Here-Anteil auf weniger als 50 Prozent abzusenken.

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