Freitag, 20. September 2019

Vereinsikone vor Rücktritt als Vereinsboss Ex-Adidas-Chef Hainer soll Uli Hoeneß beim FC Bayern ersetzen

Der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer (li) soll in den nächsten Monaten den langjährigen Bayern-Boss Uli Hoeneß (re) ersetzen
DPA; Getty Images
Der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer (li) soll in den nächsten Monaten den langjährigen Bayern-Boss Uli Hoeneß (re) ersetzen

Deutschlands erfolgreichstes Fußball-Unternehmen, die FC Bayern München AG, wird künftig voraussichtlich von einem ehemaligen Top-Manager geführt. Nach Informationen von manager-magazin.de soll der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer (65) in den nächsten Monaten den langjährigen Bayern-Boss Uli Hoeneß ersetzen. Hainer wird demnach Aufsichtsratschef der FC Bayern München AG und wohl auch Präsident des Vereins.

Hainer ist großer Fußball- und FC-Bayern-Fan und fädelte in seiner Zeit als Adidas-Chef (2001 bis 2016) die Beteiligung des Dax-Konzerns an der Fußball-Firma in Höhe von 8,33 Prozent ein. Aufgrund seiner Verdienste als Adidas-Chef berief ihn das manager magazin 2017 in die Hall of Fame der deutschen Wirtschaft (Das Porträt können Sie hier lesen).

Hoeneß selbst will erst Ende August eine Entscheidung über seine Zukunft beim FC Bayern verkünden. Das sagte der Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Mittwoch dem "Kicker".

Ausgelöst hatte die Diskussion über die Spitzenpersonalie die "Bild"-Zeitung. Sie hatte berichtet, dass der 67-Jährige auf der Jahreshauptversammlung im November nicht mehr als Vereinspräsident kandidieren und zudem den Vorsitz im Aufsichtsrat der FC Bayern AG abgeben werde. "Am 29. August werde ich dem Aufsichtsrat meine Entscheidung mitteilen, vorher gibt es von mir keine offizielle Erklärung", teilte Hoeneß dem "Kicker" mit.

Die Debatte folgt auf zuletzt anschwellende Kritik an der Amtsführung von Hoeneß. Mehrere Spitzenkräfte innerhalb und im engen Umfeld des FC Bayern hatten die jüngst ausbleibenden internationalen Erfolge vor allem auf den autokratischen Führungsstil des Aufsichtsratschefs zurückgeführt (Lesen Sie dazu den großen mm-Report: Mia bin i - das Betriebsrisiko Uli Hoeneß).

Die "Bild"-Meldung wollte Hoeneß weder bestätigten noch dementieren. Vom Verein gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.

Hainer ist bereits Stellvertreter von Hoeneß im Kontrollgremium der FC Bayern AG. Verlassen werde Hoeneß den Verein aber nicht, schreibt der "Kicker": Seinen Platz im Aufsichtsrat wolle er behalten.

soc, dpa-afx

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