Montag, 22. Juli 2019

Milliardenverluste - Bill Ackman hat sich verzockt Gefallener Star oder Comeback-Künstler?

Star-Investor Bill Ackman: Die zwei Gesichter - Absturz oder Atempause?
Bloomberg via Getty Images
Star-Investor Bill Ackman: Die zwei Gesichter - Absturz oder Atempause?

Hinter ihm liegt ein Horrorjahr, vor ihm eine unsichere Zukunft. Für Bill Ackman eine ganz ungewöhnliche Erfahrung. Denn er ist der erfolgsverwöhnte Herr über den Hedgefonds Pershing Square. Doch 2016 scheint einfach nicht sein Jahr zu sein. Im März 2015 bündelte sein Fonds 20 Milliarden Dollar, 18 Monate später nur noch 11,4 Milliarden, wie "Vanity Fair" beschreibt.

Wertverluste führten zu dem Schrumpfprozess - Ende August vermeldete das Haus ein Minus von mehr als 14 Prozent, aber eben auch skeptische Investoren, die ihr Geld wiederhaben wollten. 600 Millionen Dollar zogen sie im ersten Halbjahr 2016 ab, berichtete das Magazin unter Berufung auf "Fortune". Über die ersten 9 Monate des Jahres sollen es mehr als 1 Milliarde Dollar gewesen sein. Ackman selbst versuchte im Sommer entsprechenden Spekulationen einen Riegel vorzuschieben. Die Zahl läge immerhin um 37 Prozent niedriger als im Schnitt der vergangenen acht Jahre, meinte er. Der Fonds schaffte es damit nicht unter "Barron's" hundert Top-Hedgefonds des Jahres 2016. Markt und Kunden sind das eine, die Konkurrenz das andere.

Gerade weil die Riege der Stars der Industrie so klein ist, fällt eine Pechsträhne besonders auf. Zumal Ackman stets smart auftritt, aber manchmal offenbar auch arrogant, so "Vantiy Fair". Kein Wunder also, wenn die Konkurrenz sich hämisch die Hände reibt. Er habe die Mauer mit 197 Meilen in der Stunde erwischt, sagt Marc Cohodes, ein Shortseller. "Er ist Geschichte. Ein dead man walking - völlig uninvestierbar."

Die Häme geht sogar so weit, dass einige der Konkurrenten sich offenbar bereits fragen, ob Ackman und sein Perhing-Fonds jemals Geld für ihre Anleger erwirtschaftet haben, zumindest nach Abzug der üblichen Gebühren, schreibt "Vanity Fair" und beruft sich auf David Einhorn, dem Manager von Greenlight Capital.

Der hätte sich die Pershing-Zahlen einmal angesehen. Fazit: Die Anleger hätten den Kopf hinhalten müssen. Einhorn wollte das nicht kommentieren. Ein anderer Experte will ausgerechnet haben, unter dem Strich hätte Ackman für seine Anleger nichts verdient. Der Gescholtene schweigt. Freilich hilft es nicht gerade, dass Hedgefonds eine der verschwiegensten Anlageformen der Welt sind, die nur sehr wenige ihrer Zahlen publik machen. Und damit solchen Gerüchten viel Raum geben.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung