Freitag, 6. Dezember 2019

Milliardenverluste - Bill Ackman hat sich verzockt Gefallener Star oder Comeback-Künstler?

Star-Investor Bill Ackman: Die zwei Gesichter - Absturz oder Atempause?
Bloomberg via Getty Images
Star-Investor Bill Ackman: Die zwei Gesichter - Absturz oder Atempause?

3. Teil: Durchhaltewillen - oder bloß stur?

Valeant: Überzeugungstat von Ackman

Dennoch besitzt Pershing laut "Vanity Fair" 30,7 Million Aktien von Valeant, rund 9 Prozent des Pharmaunternehmens. Damit ist der Fonds der größte Anleger. Da das Unternehmen 90 Prozent seines Börsenwertes eingebüßt hat, schmolz auch der Ackmansche Anteil von gut 4 Milliarden auf rund 675 Millionen Dollar. Doch Ackman hält Kurs. So wie auch im Falle Herbalife.

Im Dezember 2012 enthüllte Pershing eine Short-Position von über einer Milliarde Dollar am Unternehmen, das unter anderem Diätprodukte vertreibt. Ackman setzte also darauf, dass dessen Aktien an Wert verlieren würden. Warum? Weil das Unternehmen ein Schneeballsystem verfolge, wie "Fortune" berichtet. Käme es zu einer behördlichen Bestätigung dieser Annahme, fiele der Aktienkurs ins Bodenlose. Und Ackman würde viel Geld verdienen.

Untersuchungen der FTC, der Federal Trade Commission, kamen plangemäß ins Rollen. Gerüchte waberten, Ackman selbst ließ Videos ins Netz stellen, die beweisen sollten, dass Herbalife mit solchen Methoden arbeite, berichtet "CNBC".

Doch dann winkte die Behörde ab, man einigte sich unter anderem auf eine Zahlung von 200 Millionen Dollar. Und das Verdikt "Schneeballsystem" war vom Tisch.

Entsprechend stieg der Aktienkurs wieder. Doch Ackman beharrt offenbar auf seiner Short-Position. Durchhaltevermögen kann man ihm also nicht absprechen. Die Eigenschaft ist sogar Voraussetzung für seine Strategie, bei angeschlagenen Unternehmen einzusteigen, deren Kurs zu ändern und seine Anteile dann zu verkaufen.

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Doch in der Ego-Welt der Hedgefondsmanager kann das auch eben mal kann hinten losgehen. Konkurrent Carl Icahn beispielsweise sieht Herbalife als "unterbewertet" an. Und scheint derzeit recht zu behalten.

Ist Ackman deswegen "Toast", wie "Vanity Fair" fragt, ist er verbrannt? Das nicht - aber eine ganze Menge Hitze muss er ertragen. Oder anders: Hinter ihm liegt ein Horrorjahr, vor ihm eine unsichere Zukunft.

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