Harvard University hat Probleme Verwalter für 36 Milliarden Dollar verzweifelt gesucht

Harvard Law School: Der Inbegriff der Elite - aber nicht beim Geldverdienen

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Berühmte Alumni der angesehensten Uni der Welt: Harvards Aushängeschilder

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Es ist ein ungewöhnlicher Platz für Harvard: mal nicht die Nummer eins. Die neuenglische Brutstätte für Nobelpreisträger, Präsidenten und Milliardäre ist die Definition von Elite - eigentlich. Aber wenn es um ihr eigenes Geld geht, muss die Hochschule sich dem Wettbewerb in der Ivy League der traditionsbewussten Privatunis geschlagen geben - nicht in puncto Größe, da ist die Harvard Management Company mit 35,7 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen natürlich vorn.

(In einer früheren Vision dieses Artikels wurde der Wert mit 37,6 Milliarden angegeben. Die gerade veröffentlichen Ergebnisse  für dieses Jahr zeigen einen Verlust von rund zwei Milliarden an.)

Doch die ordentliche Rendite von 7,6 Prozent jährlich über die vergangenen zehn Jahre verblasst neben den zweistelligen Werten von Princeton, Columbia und Yale. Und aus diesen Erträgen wird mehr als ein Drittel des Hochschuletats finanziert - ohne Investment-Erfolg keine Gehälter für Starforscher und Stipendien für talentierte Studenten.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet (kostenpflichtig) , sucht das Harvard Management nach dem Abgang des erst 2015 angetretenen Stephen Blyth nicht nur einen neuen Chef, sondern auch ein neues Modell.

"Yale Sucks" - zu viel Risiko im Wettbewerb der Eliteunis

Mit Blyth verliert Harvard den vierten Chefinvestor in zehn Jahren, während Princeton seit 1995 auf Andrew Golden und Yale sogar seit 1985 auf David Swensen vertraut. Die Manager der Ivy-League-Kollegen haben sich zwar mit eigenen Portfolio-Theorien einen Namen gemacht und entsprechende Richtlinien für die Anlage der Universitätsmittel ausgegeben, überlassen die Arbeit aber externen Vermögensverwaltern - und häufen so in aller Ruhe Vermögen an.

Harvard? Lieber nicht ...

Im Gegensatz dazu profiliert sich Harvard Management auch mit eigenen Händlern und hat beispielsweise Banker von Goldman Sachs  angeheuert, um die Konkurrenz zu schlagen. Doch unter der Aufsicht Blyths, der sein Büro mit einem "Yale Sucks"-T-Shirt schmückte, führte diese Ambition zu übertriebenem Risiko: In diesem Jahr häuften mehrere Harvard-Aktienhändler so große Verluste an, dass ihre Trades gestoppt oder die Händler gefeuert wurden.

Besonders bitter: Einige Kandidaten wollen den Job gar nicht haben. Nachdem Stephen Blyth sich im Mai aus Gesundheitsgründen beurlauben ließ und dann ganz ausschied, stellte sein Stellvertreter Robert Ettl klar, er wolle das Amt nur vorübergehend. Laut "WSJ" beschieden auch andere Geldverwalter von Spitzenunis den Headhuntern: Harvard? Lieber nicht.

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