Nach Börsencrash Brexit-Sponsor verliert fast 500 Millionen Euro Vermögenswert

Er hatte rund vier Millionen Euro in die Brexit-Kampagne gesteckt - und verlor nach dem Börsencrash rund 480 Millionen. Dennoch bereut Peter Hargreaves nichts.
Peter Hargreaves

Peter Hargreaves

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Einer der größten Sponsoren der Brexit-Kampagne, Peter Hargreaves, hat im Zuge der Börsenturbulenzen nach dem Votum Hunderte Millionen an Vermögenswerten verloren.

Hargreaves, dem ein Drittel an der von ihm mitgegründeten Finanzberatungsfirma Hargreaves Lansdown gehört, hatte der Kampagne für den Austritt aus der EU 3,2 Millionen Pfund (rund 3,9 Millionen Euro) gespendet, berichtet der britische "Guardian". 

Beim anschließenden Börsenabsturz verlor das Unternehmen laut der Zeitung an zwei Handelstagen umgerechnet rund 480 Millionen Euro an Wert. Richtig erholen konnte sich die Aktie der Finanzberatungsfirma bis zum Donnerstag nicht. Sie lag noch immer rund elf Prozent im Minus. Der britische FTSE-100-Index konnte sich indes bis Donnerstag von dem Schock wieder erholen und lag über dem Wert vor dem Referendum.

Hargreaves bereut nichts

Dennoch bereut Hargreaves sein Engagement für den EU-Austritt nicht: "Hargreaves Lansdown ist wirklich stark gefallen", sagte er. Er habe sich aber nicht für die Leave-Kampagne eingesetzt um einen persönlichen Gewinn zu erzielen. "Ich dachte, es wäre vor allem gut für Großbritannien", sagte er dem "Guardian" zufolge.

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Gleichzeitig begrüßte Hargreaves den starken Verfall des britischen Pfunds. "Das ist der größte Stimulus für britische Unternehmen, den ich seit 1992 gesehen habe", sagte er. Die Währung verlor zeitweise rund elf Prozent und sackte auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren.

Trotz der Unterstützung der Brexit-Initiative setzt sich Hargreaves für einen Zugang Großbritanniens zum EU-Binnenmarkt ein. Er geht davon aus, dass im Zuge der Austrittsverhandlungen auch die Londoner Banken und Finanzunternehmen geschützt werden. Einen Ausstieg aus dem Ausstieg werde es allerdings nicht geben. "Ich glaube, das würde eine Menge Ärger bei der Leave-Kampagne geben", sagte er.

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