Donnerstag, 19. September 2019

Goldman-CEO Lloyd Blankfein "Chemotherapie ist wie Napalm"

"Es war tatsächlich wichtig für mich, zur Arbeit zu gehen" - Goldman-CEO Lloyd Blankfein

2. Teil: Schwache Börsen: "Wir werden uns irgendwie durchwurschteln"

"Insgesamt bin ich zuversichtlich", sagte Blankfein mit Blick auf die aktuellen Börsenturbulenzen. Er könne sich diese erklären: Der Marktwert eines Unternehmens bestehe immer aus seinen Gewinnen, die mit einem Multiplikator malgenommen würden - und weil die Zeiten immer unsicherer erschienen, würden die Multiplikatoren derzeit kleiner. Aktien würden nun fairer bewertet.

"Ich arbeite im Risiko-Management", sagte Blankfein weiter, "ich verbringe 99 Prozent meiner Zeit damit, über das schlimmste Prozent der Möglichkeiten nachzudenken, die passieren könnten. Ich könnte ewig davon erzählen, worüber wir uns alles Sorgen machen könnten. Am wahrscheinlichsten ist allerdings: Wir werden uns irgendwie durchwurschteln."

Derzeit sei die Stimmung in den USA insgesamt schlecht, auch aufgrund der zunehmend vom Wahlkampf beherrschten Politik - die Zahlen gäben den allgemeinen Pessimismus allerdings nicht wieder. Die US-Wirtschaft sei derzeit nicht dabei, zu entgleisen. Ob die Fed mit der ersten Zinserhöhung seit zehn Jahren richtig gelegen habe, könne man allerdings noch nicht sagen.

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