Mittwoch, 24. Juli 2019

Soros verkauft Aktien und kauft Gold Warum George Soros noch einmal "zockt"

George Soros: Comeback am Handelstisch

2. Teil: Sorgen, viele Sorgen

Der offenkundigste Grund ist Soros Skepis. Der MiIliardär glaubt nicht an eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung Chinas, glaubt nicht an den Aktienmarkt der USA. Würde China weiter zurückfallen, hätte das globale Folgen, zitiert das "WSJ" den Altmeister. "China leidet noch immer unter Kapitalflucht, seine Kapitalreserven sinken, während andere asiatische Länder ihre Bestände ausländischer Währungen aufgebaut haben." China könnte also die Welt in die Deflation stürzen, erst die USA, dann den Rest der Welt. Weltweit fallende Löhne und Preise wären in der Tat eine Hiobsbotschaft für Investoren.

Dazu kommt der Zustand der Europäischen Union. Die Last der Migration, die köchelnde Griechenlandkrise und der mögliche Brexit könnten die EU kollabieren lassen, barmt Soros. Kein Wunder also, wenn er sich von bestimmten Aktien trennt. Und auf Sicherheit setzt.

19 Millionen Aktien des Edelmetall-Unternehmens Barrick Gold hat er zum Beispiel im ersten Quartal des Jahres gekauft, so das "WSJ". Ebenso Aktien von Silver Wheaton. Gold und Silber gelten als sicherer Hafen um Falle globaler Unsicherheit, was auch für die entsprechenden Unternehmen gilt. Außerdem hat er sich angeblich mit Derivaten auf fallende US-Aktienkurse eingedeckt.

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Der zweite Grund für das Durchregieren des Milliardärs dürfte die Tatsache sein, dass sein Kapitän die Brücke verlassen hat. Denn Scott Bessent hat im vergangenen Jahr das Soros-Imperium verlassen, um einen eigenen Hedgefonds aufzumachen. Der neue CEO, Ted Burdick, gilt als Spezialist für Arbitrage-Geschäfte, bei denen globale Bewertungsunterschiede schnell ausgenutzt werden. Soros wie Bessent dagegen setzen eher auf Makro-Strategien, also grundsätzliche wirtschaftliche Entwicklungen, aus denen sich Kapital schlagen lässt. Der Bessent-Abgang hätte also eine Lücke hinterlassen, in die Soros vorstieße.

Zumindest für seine Skepsis findet Soros Unterstützter. Sein ehemaliger Chefstratege Stan Druckenmiller sagte bereits im vergangenen Monat gegenüber "Bloomberg", Gold sei seine größte Position. "Wegen der absurden Vorstellung der Zentralbanken von negativen Leitzinsen."

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