Die Deutschen und das liebe Geld Gehalt, Sparen, Shoppen - wie die Deutschen wirklich ticken

Von Arne Gottschalck

Der Deutsche? Liebt sein Sparbuch, besitzt eine Lebensversicherung und spart gern - Geiz ist eben geil. Wirklich?

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat hunderte Deutsche befragt. Über ihr Geld, was sie damit machen. Heraus gekommen ist ein Parforce-Ritt zwischen Befindlichkeit und Börse. "Wir Deutschen und das Geld" ist ein Zahlenwerk, das unterhält. Immerhin zeigen die einfach gehaltenen Grafiken, dass mehr Frauen als Männer der D-Mark nachtrauern (56 Prozent der Frauen, 45 Prozent der Männer). Oder dass 21 Prozent der Deutschen schon einmal Opfer von Internet-Betrügern geworden sind.

Und was ist mit Steuern? 53 Prozent meinen, sie zahlten zu viel davon. Mehr solcher Schlaglichter? Sehen Sie selbst.

Was zählt wirklich?

Helfen: Bringt kein Geld, ist aber offenbar unbezahlbar

Helfen: Bringt kein Geld, ist aber offenbar unbezahlbar

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Was zählt wirklich? Eine philosophische Frage, gewiss. Umso beruhigender, dass die Deutschen nicht profan mit "Geld" antworten. Genauer, das sagen nur 36 Prozent.

45 Prozent erklärten dagegen, den Sinn des Lebens zu finden, darum ginge es ihnen. Und für 27 Prozent zählt es, anderen zu helfen. Berufliches Fortkommen? 84 Prozent winken ab, nur 16 Prozent nicken beifällig.

Zukunftsangst?

Angst vor Spinnen? Ist weitverbreitet. Und wie schaut es mit der Angst vor der Zukunft aus?

Angst vor Spinnen? Ist weitverbreitet. Und wie schaut es mit der Angst vor der Zukunft aus?

Foto: DPA

Zukunftsangst? Die "German Angst" ist sprichwörtlich, hat sich international einen Namen gemacht. Als eine Art indifferente Skepsis und Sorge gegenüber der Zukunft, ein Gemütszustand. Doch es geht auch konkreter.

Armut ist für die Deutschen die Angst Nummer 1. 49 Prozent nicken dazu sorgenvoll. Das Schrumpfen der gesetzlichen Rente treibt 38 Prozent um. Und für 26 Prozent ist Arbeitslosigkeit das dräuende Damoklesschwert.

Der Blick in die Zukunft? Ist deutsch-verhangen. 26 Prozent der Befragten gaben an, es würde ihnen in 10 Jahren schlechter gehen. 44 Prozent setzten darauf, dass es ihnen ebenso ginge wie jetzt.

Und nur 18 Prozent blicken optimistisch 10 Jahre voraus. Es werde ihnen besser gehen, sind sie sicher.

Unerwarteter Geldsegen

Geld - was tun damit und wie verdienen?

Geld - was tun damit und wie verdienen?

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Was tun mit einem unerwarteten Geldsegen? Gesetzt den Fall, eine gute Fee oder eine Erbschaft sorgte für einen Batzen Geld, der den Deutschen in den Schoß fiele - was tut er damit? Er erfüllt das Klischee: Denn 52 Prozent erklären, es sparen zu wollen. Aber immerhin 31 Prozent wollen es für eine Großanschaffung ausgeben, zum Beispiel für ein Auto.

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Foto: ? Robert Galbraith / Reuters/ REUTERS

Und 20 Prozent? Wollen das Geld tatsächlich investieren. Interessenvertretungen wie der Fondsverband BVI und das Deutsche Aktieninstitut DAI werden das gern lesen.

Und was, wäre die Fee böswillig - und halbierte das verfügbare Einkommen? Nur 2 Prozent erklärten kategorisch, in so einem Fall nicht sparen, sondern ihre Ersparnisse angreifen zu wollen. 60 Prozent dagegen würden sich das Ausgehen verkneifen, Kino- und Kneipenbesuche zurückfahren. Sparen als Notwehr.

Den Job wechseln - wofür?

Sandale und Socken: Klischee oder deutsche Realität? Und was ist mit der Arbeit?

Sandale und Socken: Klischee oder deutsche Realität? Und was ist mit der Arbeit?

Foto: dpa

Den Job wechseln - wofür? Auf Rang 1 der Gründe steht Geld. Kein Wunder, da viele Unternehmen Gehaltserhöhungen auf Eis gelegt haben, ist für viele Deutsche der Jobwechsel die einzige Chance auf mehr Geld am Jahresende.

Doch dichtauf folgt die Neugier - 45 Prozent erklärten, sie würden für eine interessantere Position den Absprung wagen. Mehr Verantwortung? Das reizt nur 15 Prozent.

Leben, um zu arbeiten? So stellt man sich in Südeuropa den Deutschen vor - am besten noch in Sandalen mit Socken. Aber mal ernsthaft: Stimmt das Klischee? Offenbar nicht wirklich. 56 Prozent der Befragten erklärten, sie würden nur arbeiten, um Geld zu verdienen. Doch immerhin die gleiche Anzahl Menschen räumte ein, sich sehr mit ihrer Arbeit zu identifizieren. Und 38 Prozent erklärten, sich ein Leben ohne ihre Arbeit nicht vorstellen zu können.

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