Sonntag, 18. August 2019

1,1 Billionen gegen Nestlé, Kraft & Co. Kein Fleisch - milliardenschwere Investoren greifen an

Es gibt viele Gründe, kein Fleisch zu essen. Das sehen auch Investoren mittlerweile so

2. Teil: Warum Investoren durch die Fleischindustrie ihr Investment gefährdet sehen

Außerdem berücksichtigen immer mehr Investoren bei ihren Anlageentscheidungen Faktoren abseits der üblichen Kennzahlen. Sie achten beispielsweise darauf, dass Unternehmen auch unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes oder der sozialen Fairness gut dastehen, eben in Sachen Nachhaltigkeit.

Die Umweltbilanz der Fleischproduktion wird seit geraumer Zeit kritisiert. 70 Prozent des Fleischbedarfs weltweit werde in Fabrik-Farmen hergestellt, so eine Studie der beteiligten Finanzhäuser. . Das sorge für 14,5 Prozent der weltweiten Treibhausgasemission, mehr als der weltweite Gütertransport.

Auch die Nachfrage beginne sich zu drehen, immer mehr Kunden verzichteten öfter auf Fleisch - und stellten ihre Einkaufszettel entsprechend um. Unternehmen sollten dieser Entwicklung Rechnung tragen: Die großen Hersteller, aber auch die großen Ketten wie Tesco und Walmart mit ihrem Zugang zum Kunden.

Und es gibt ein weiteres Argument für Kraft & Co. für ein Umdenken. Denn je mehr Fabrikfarmen genutzt werden, umso größer die Wahrscheinlichkeit des Ausbruches von Nutzviehseuchen, von Produktionsausfällen und von Kursverlusten. Und das wäre für Investoren verhängnisvoll. Robecos Peter van der Werf fast es auf Nachfrage so: "Die Nahrungsmittelhersteller gehen das Risiko ein, Marktanteile zu verlieren, wenn sie die Entwicklung der Konsumenten hin zu einer gesünderen Ernährung nicht erkennen."

Jeremy Coller: Das Gesicht der Idee, als Investor mehr pflanzliche Proteine von den Lebensmittelkonzernen einzufordern. Und weniger Fleischfabriken.

An der Spitze der finanzstarken Kritiker steht Jeremy Coller - auch wenn man innerhalb der Gruppe anscheinend Wert darauf legt, keine offizielle Spitze zu haben. Man könnte also vielleicht von einem Gesicht der Bewegung sprechen. Coller ist Vorstand von Coller Capital und Gründer der Fairr Initiative, die gemeinsam mit ShareAction diese Koalition geschmiedet hat.

"Die Welt verlässt sich zu sehr auf Farmtierhaltung, um den wachsenden Hunger der Welt nach Proteinen zu stillen. Das ist ein Rezept für eine Finanz-, eine Sozial- und eine Umweltkrise." Deswegen der "Angriff der Veggie-Investoren".

Und die Unternehmen? Sollten nach den Vorstellungen der Investoren eine entsprechende Strategie entwickeln. Die sollte wiederum den Investoren zugänglich gemacht werden, damit sie den Prozess verfolgen können. Der Brief? Dürfte also nur der Anfang gewesen sein.

Seite 2 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung