Der Grund für den Frauenmangel in Finanzindustrie? Zu wenig qualifizierte Frauen, sagt Sequoia-Chef

Von Arne Gottschalck
Michael Moritz: Deutliche Ansage

Michael Moritz: Deutliche Ansage

Foto: Getty Images

Es hallt dumpf, wie ein Ruf aus der Vergangenheit, wie aus der Fernsehserie "Mad Men" - als Frauen an den Herd verbannt waren und Männer die Welt eroberten. Oder zumindest Geschäftsführer wurden. Doch die Aussage war deutlich, wie "CNN Money" berichtet  - es gäbe so wenig Frauen in Entscheiderpositionen, weil es zu wenig qualifizierte Frauen gibt. Sagte zumindest Michael Moritz, Vorstand von Sequoia Capital über seine Industrie der Venture-Kapitalisten, die sich in einer sehr frühen Geschäftsphase an aufstrebenden Firmen oftmals aus der Tech-Welt beteiligen und entsprechend hohe Renditen einstreichen können.

Zwar schaue sich das Unternehmen sehr genau nach weiblichen Partnern für die Fonds um. Man sei ja "blind gegenüber dem Geschlecht, der Religion, dem Hintergrund eines Bewerbers." Doch das Unternehmen ist auch "nicht bereit, die Standards zu senken", um mehr Frauen anzustellen, so Moritz. "Wenn es fabelhaft kluge Frauen gibt, die wirklich im Technologiebereich arbeiten wollen, gierig auf Erfolg sind und unsere Leistungskriterien erfüllen, werden wir sie Tag und Nacht einstellen".

Sequoia ist nicht irgendwer. Es ist eines der Vorzeigeunternehmen in der Venture-Capital-Industrie, das bereits seit 1972 existiert und schon Unternehmen wie Electronic Arts, Instagramm oder Jawbone mit Geld und Knowhow vorangebracht hat.

Wenig tröstlich ist es da für Frauen zu lesen, dass Moritz offenbar keine vereinzelte Meinung vertritt. Denn 92 Prozent der Entscheider in Venture-Capital-Unternehmen sind männlich, zitiert "CNN money" eine Studie. Die Gesamtheit der Tech-Industrie wirkt im Vergleich dazu geradezu fortschrittlich. Denn dort finden sich auf dem gleichen Level nur 77 Prozent Männer.

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