Dienstag, 19. November 2019

Untersuchung über Vorstands-Gehälter Großes Geld, kleine Leistung

Hauptsache, der Champagner schmeckt? Fast liest sich die Untersuchung von MSCI über Chefgehälter so

Marissa Mayer hat gut 4 Jahre als Chefin von Yahoo gearbeitet und soll in Summe um die 219 Millionen Dollar erhalten haben. Obwohl das Unternehmen mangels Erfolgs nun an Verizon verkauft wird. Das große Gehalt ging offenbar nicht automatisch mit großem Erfolg einher. Ein Einzelfall? Von wegen. Denn MSCI hat einmal nachgerechnet, wie "CNN money" berichtet.

429 große US-Unternehmen haben sich die Experten genau angesehen. Haben Gehalt des Vorstands und dessen Erfolg über zehn Jahre miteinander in Relation gesetzt. Erfolg bemisst sich für MSCI, die durch ihre Börsenindizes berühmt geworden sind, in der langfristigen Entwicklung der Aktie des entsprechenden Unternehmens. Ihre Frage: Sorgt ein hochbezahlter CEO auch für Höhenflüge an der Börse?

Nein, lautet das Fazit der Amerikaner. Im Gegenteil. Man fand heraus, dass die Erträge der Aktien um in den vergangenen zehn Jahren um 39 Prozent höher waren, wenn das Gehalt des Chef sich im unteren Fünftel bewegte - im Vergleich zu den Chefs auf dem Top-Fünftel.

Unternehmen, deren Chef dagegen großzügiger als im Sektorschnitt entlohnt wurden, lagen in ihrer Kursentwicklung "signifikant" unter den Firmen, die unterdurchschnittlich entlohnt wurden. MSCI schlägt daher vor, die Unternehmen sollten das Gehalt der Chefs über die gesamte Amtszeit eines CEO veröffentlichen. Das würde den Fokus weg von kurzfristigen Aktienzuwächsen hin auf langfristigen Erfolg lenken.

Für Marissa Mayer kommt diese Erhebung zu spät. Denn Yahoo hört bald auf, als eigenständiges Unternehmen zu existieren.

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