Teure Scheidung - ihm bleibt nicht mal das U-Boot Milliardär verliert 492-Millionen-Dollar-Jacht an seine Ex

Streitobjekt: Die 115 Meter lange Superjacht "Luna" gehört dem russischen Milliardär Akhmedov, der sie jetzt inklusiv U-Boot an seine Ex-Frau abgeben soll

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Scheiden tut weh, das ist bekannt. Wie sehr eine Trennung schmerzen kann, erfährt aktuell der russische Milliardär Farkhad Akhmedov. Der Entscheidung eines britischen Gerichts zufolge muss Akhmedov seine 115-Meter-Jacht "Luna", die er vor wenigen Jahren seinem Landsmann Roman Abramowitsch abgekauft hat, im Zuge der Scheidung an seine Ex-Gattin Tatiana Akhmedova abgeben. Die beiden hatten sich Ende 2014 scheiden lassen.

Für den russischen Geschäftsmann bedeutet das einen Verlust, der ihn teuer zu stehen kommt: Bloomberg zufolge beträgt der Wert des Schiffes 492 Millionen Dollar, also etwa 400 Millionen Euro. Es handele sich damit um eine der teuersten Trennungen in der britischen Geschichte, schreibt die Nachrichtenagentur.

Da erscheint es beinahe nachvollziehbar, dass Akhmedov offenbar bereits einiges unternommen hat, um diesen Eingriff der Richter zu verhindern. Wie Bloomberg berichtet, wirft das Gericht dem Russen einen regelrechten Täuschungsversuch vor. Akhmedov habe verschiedene Firmen zwischengeschaltet, um sein Eigentum an der "Luna" zu verschleiern. Noch kurz vor dem Richterspruch sei eine weitere Firma des Milliardärs als Eigentümerin eingetragen worden, heißt es. Akhmedov habe das Schiff zudem nach Dubai transferiert, offenbar in dem Glauben, dort sei es vor dem Zugriff der britischen Justiz sicher.

Dabei ist es nicht die erste teure Scheidung für einen vermögenden Geschäftsmann in Großbritannien. Laut Bloomberg sind die Richter auf der Insel bekannt für ihre wohlwollende Rechtsprechung, bei der nicht selten 50/50-Entscheidungen getroffen würden. Die Arbeit der Vermögensbildung werde von der britischen Justiz nicht unbedingt höher eingeschätzt als jene der Haushaltsführung daheim, heißt es.

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Was das bedeutet, erlebt nun Farkhad Akhmedov am eigenen Leib. Der Russe begann seine Laufbahn laut "Forbes" vor Jahrzehnten mit dem Verkauf von Zobel an der Londoner Rohstoffbörse. Später stieg er ins Öl- und Gasgeschäft ein, womit er den Grundstein für seinen Reichtum legte. "Forbes" zufolge verfügt Akhmedov gegenwärtig über ein Vermögen von 1,35 Milliarden Dollar, wovon nach der angeordneten Abgabe der Jacht allerdings ein gehöriger Betrag abzuziehen sein dürfte.

Die "Luna" - Heli-Landeplatz, Pool und Mini-U-Boot inklusive

Soweit ist es allerdings noch nicht. Akhmedov scheint den Londoner Richterspruch nicht akzeptieren zu wollen. Laut Bloomberg sieht er sich als Opfer politischer Machtspiele. Das Urteil stehe eindeutig im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen Russland und Großbritannien, die durch den Giftangriff auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal entstanden waren, ließ er dem Bericht zufolge verlauten.

"Der Gedanke, die Jacht könnte an Frau Akhmedova verkauft oder übertragen werden, ist abstrus", schreibt der Milliardär laut Bloomberg in einem Statement. Bis es dazu kommen könnte, würden demnach Jahre vergehen. Und bis dahin könnte die Jacht nach Ansicht Akhmedovs viel weniger wert sein.

Akhmedov hatte die "Luna" 2014 Berichten zufolge für 360 Millionen Dollar vom ebenfalls russischen Oligarchen Roman Abramowitsch erworben. Das Schiff verfügt über neun Decks und hat dazu noch einiges zu bieten: Neben einem Helikopter-Landeplatz gibt es an Bord einen Pool, acht kleinere Boote sowie ein Mini-U-Boot. 50 Leute werden als Besatzung beschäftigt, so Bloomberg.

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Ein ansehnliches Objekt der Begierde also. Die Londoner Richter stellten jedenfalls fest, dass schnelles Handeln erforderlich sei, um ihre Anordnung umzusetzen. Ansonsten sei damit zu rechnen, dass Akhmedov erneut versuche, die Superjacht dem Zugriff der Justiz zu entziehen.

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