Pläne und Überlegungen Wie Facebook sich auf eine Zeit ohne Mark Zuckerberg vorbereitet

Von Arne Gottschalck
Mark Zuckerberg voran, Facebook folgt: Doch was, wenn Zuckerberg nicht mehr will? Genau darüber denkt das Unternehmen offenbar nach

Mark Zuckerberg voran, Facebook folgt: Doch was, wenn Zuckerberg nicht mehr will? Genau darüber denkt das Unternehmen offenbar nach

Foto: Paul Zinken/ dpa

Facebook ist Zuckerberg, Zuckerberg ist Facebook, so die öffentliche Wahrnehmung der Verquickung von Unternehmen und dessen Gründer. Doch was wäre wenn? Was wäre zum Beispiel, stünde Mark Zuckerberg eines Tages nicht mehr an der Spitze des Unternehmens? Ein Gedankenspiel, aber eines mit Behördenstempel. Denn Facebook hat sich mit diesen Gedanken an die amerikanische Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission gewandt, die SEC. Das zumindest berichtet "CNN money". 

Immerhin will Facebook seinen Aktionären einen Vorschlag vorlegen, der es erlaubt, Zuckerbergs Mehrheitskontrolle zu beenden, wenn er nicht mehr in führender Position bei Facebook beschäftigt sein sollte.

"Diese neuen Regelungen gewährleisten, dass wir nicht ein Gründer-kontrolliertes Unternehmen bleiben, nachdem wir aufgehört haben, ein Gründer-geführtes Unternehmen zu sein", heißt es in dem Schreiben, aus dem "CNN money" zitiert.

Deshalb sieht der Vorschlag vor, dass Zuckerbergs B-Aktien in A-Aktien umgewandelt werden würden, sollte Zuckerberg abdanken oder entlassen werden. Dieser Tausch würde ihm pro Aktie nur eine Stimme geben, nicht 10. Derzeit besitzt Zuckerberg 419 Millionen Aktien der B-Klasse und 4 Millionen A-Scheine. Das verleiht ihm 53,78 Prozent der Stimmmacht der gesamten Anlegerschaft. Zählt man die B-Anteile von Mitgründer Dustin Moskovitz hinzu, steigt Zuckerbergs Stimmgewalt auf 60 Prozent an. Eine machtvolle Position, an der vorbei kaum ein Beschluss zu fassen sein dürfte.

Mehr als nur Gedankenspiele

Warum die Gedankenspiele, begründet Facebook auch selbst. Es dürfte schwierig werden, einen Nachfolger zu finden, wenn Zuckerberg derart viele B-Aktien besäße. Und ein neuer Vorstand, so lässt sich vermuten, eben nicht wie ein Vorstand entscheiden könnte. Außerdem würde die Abrede Zuckerberg ermutigen, Facebook die Stange zu halten und nicht etwa zur Konkurrenz zu wechseln, so "CNN money".

Erst im April hatte Facebook eine gänzlich neue Anteilsklasse vorgeschlagen - die C-Aktien. Diese Papiere beinhalten keine Stimmrechte. Und könnten zum Beispiel Altaktionären angedient werden. Zwei pro A- oder B-Aktie, so heißt es. Das würde es Zuckerberg erlauben, wie geplant einen Großteil seiner Aktien zu spenden, ohne dass seien Stimmmacht verwässert werden würde. 99 Prozent seiner Anteile wolle er spenden, erklärte er im Dezember vergangenen Jahres anlässlich der Geburt seiner Tochter. Das Ganze sei auch ein guter Schutz gegen aktivistische Unternehmen, die Zuckerberg möglicherweise aus dem Unternehmen drängen wollen, schlussfolgert "Fortune". 

Corporate-Governance-Experten indes bemängeln, dass solche Strukturen nicht zwingend im Interesse der Aktionäre außerhalb des Unternehmens seien. Immerhin, bereits am 20. Juni wissen wir mehr - dann tagt die jährliche Hauptversammlung des Unternehmens. Und auch Aktionäre außerhalb des Facebook-Universums können sich zu Wort melden.

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