Hype-Startup Theranos unter Druck Behörden wollen Blut-Milliardärin aussperren

Steckt mit ihrem Unternehmen Theranos seit Herbst 2015 in einer schweren Krise: Milliardärin Elizabeth Holmes

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Die schwere Krise des einstigen Hype-Startups Theranos hat sich noch einmal verschärft: Laut "Wall Street Journal"  wollen US-Behörden Gründerin Elizabeth Holmes, für "Forbes" immer noch jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt, für mindestens zwei Jahre aus ihrer Firma und dem Laborgeschäft aussperren.

Die Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS) hätten Theranos informiert, dass sie dem kalifornischen Labor des Unternehmens seine Lizenz entziehen wollten, schreibt das "Journal". In diesem Falle würde Holmes und Theranos-President Sunny Balwani für mindestens zwei Jahre verboten, irgendein Labor zu führen oder zu besitzen.

Mit Theranos will Holmes eigentlich den milliardenschweren Markt für Bluttests revolutionieren: Nur ein kleiner Pieks und eine geringe Menge Blut sollen ausreichen, um mehrere Dutzend Untersuchungen an Patienten durchzuführen. Investoren waren von dieser Vision zunächst begeistert, nach einer Finanzierungsrunde 2014 wurde Theranos mit neun Milliarden Dollar bewertet. Im vergangenen halben Jahr kamen allerdings Zweifel an der Zuverlässigkeit der Geräte auf, mit denen Theranos seine Tests durchführt.

43 von 45 Mängeln nicht behoben

Die CMS haben die Probleme des Unternehmens nun noch einmal verschärft: "Sie stecken in ziemlichen Schwierigkeiten", zitiert das "Journal"  eine US-Anwältin, die sich auf die Beratung von Laboren in Behördenfragen spezialisiert hat. Die CMS hätten die schwersten Geschütze aufgefahren, die ihnen zur Verfügung stünden.

Laut "Journal" haben Behördenvertreter in 43 von 45 Fällen festgestellt, dass Theranos im vergangenen Jahr bemängelte Probleme bislang nicht korrigiert hat. So habe das Unternehmen etwa nicht nachgewiesen, dass es einstigen Patienten, die falsche Testergebnisse bekommen hätten, neue Auswertungen zugeschickt habe.

Behörde prüft Stellungnahme von Theranos

Theranos habe nach Erhalt des Briefes im März zehn Tage Zeit gehabt, den CMS darzulegen, warum die Sanktionen nicht erhoben werden sollten. Aktuell überprüfe die Behörde diese Antwort. Wenn sie Theranos trotzdem sanktioniere, würde die Labor-Lizenz innerhalb von sechzig Tagen entzogen. Neben der kalifornischen Einrichtung betreibt Theranos derzeit nur ein weiteres Labor in Arizona.

Einsprüche gegen solche Sanktionen seien üblicherweise nicht von Erfolg gekrönt - zumindest hätten die CMS laut "Journal" zwischen 2001 und 2010 keinen einzigen von ihnen verloren.

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